UNSER TRINKWASSER

Unsere Aufgabe als regionaler Wasserversorger

Kristallklares sauberes Wasser zum Trinken – direkt aus dem Hahn: Das ist in Deutschland überall selbstverständlich. Doch was muss dafür alles getan werden, dass es so ist und bleibt? Für die öffentliche Trinkwasserversorgung sind die Kommunen verantwortlich, sie stehen unter der Aufsicht der Bundesländer. Die Richtlinien werden jedoch inzwischen überwiegend von der Europäischen Union erlassen. Mehr als 99 Prozent der Einwohner Deutschlands sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen, der Rest versorgt sich selbst über Brunnen.

Direkt aus Grundwasser oder Quellen

Rund dreiviertel des Trinkwassers in Deutschland stammt direkt aus Grundwasser oder Quellen. Es wird über Bohrungen in Grundwasserschichten gewonnen. Das restliche Drittel des Trinkwassers stammt aus Oberflächengewässer wie Seen, Talsperren und Flüssen oder Filtraten aus deren Uferbereichen.

Wird Grundwasser zur Trinkwassergewinnung herangezogen, werden in die Brunnen – die über hundert Meter tief sein können – Pumpen eingebaut. Diese fördern das Wasser, im Wasserwerk wird es bei Bedarf aufbereitet. Grundwasser in Deutschland hat in der Regel jedoch bereits eine sehr gute Qualität. Das Trinkwasser kommt dann, je nach geologischen Bedingungen, in Hochbehälter oder Wassertürme. Von dort wird es in Leitungen bis zu den Verbrauchern transportiert.

Rastatts Wasser wird aus Brunnen gewonnen, die auf den Geländen der drei Wasserwerke Rauental, Niederbühl und Ottersdorf gebohrt worden sind. Wasserschutzgebiete dienen dazu, Quellen und Brunnen möglichst vor Verunreinigungen zu schützen. Ihre Größe hängt von mehreren Faktoren ab; dazu zählen beispielsweise die Fließrichtung und auch die Geschwindigkeit des Grundwassers.

Trinkwasser ist in Deutschland das am besten kontrollierte Lebensmittel

Für zahlreiche Inhaltsstoffe gibt es Grenzwerte und Bestimmungen. Die zirka 6.600 Wasserversorger in Deutschland analysieren das geförderte Grundwasser regelmäßig auf bestimmte chemische, biologische und physikalische Eigenschaften, ebenso die Gesundheitsämter. Alle Wasserwerke stehen unter der staatlichen Aufsicht der Gesundheitsämter. Die wesentlichen Punkte der Trinkwasserverordnung sind übersichtlich dargestellt: www.gesetze-im-internet.de

Deutschlands Wasserversorgung zählt zu den besten der Welt. Wir haben eine hohe Wasserqualität durch umfassenden Gewässerschutz, sorgsame Aufbereitung, dichte saubere Leitungen und regelmäßige Kontrollen. Das ist nicht überall so. Rund 900 Millionen Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In vielen Ländern gibt es noch keine geregelten Abwassersysteme, Abwässer versickern wild und verschmutzen das Grundwasser; in etlichen Industrienationen sind die Wasserleitungsnetze marode, was zu Verlusten wertvollen Trinkwassers führt.

Rastatt gehörte zu den ersten Städte, bei denen Wasser aus Leitungen floss, zunächst natürlich nur für die Bessergestellten, z.B. den Markgrafen. Das war 1699. Eine Fernwasserversorgung, die Quellwasser vom Eichelberg in die Residenzstadt leitete, ging 1763 in Betrieb. In Hamburg begann man 1842 damit, eine öffentliche städtische Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zu planen. Sie gilt als die älteste zentrale Wasserversorgung Europas.

Neben Dänemark hat Deutschland den geringsten Wasserverbrauch der Industrieländer; rund 130 Liter pro Person und Tag. Das ist aber nicht nur einem effizienten und gut gewarteten Leitungsnetz zu verdanken, sondern auch dem verantwortungsbewussten Umgang der Verbraucher – ob Privatleute, Industrie oder Gewerbe. Gewässerschutz ist Umweltschutz: Nachfolgende Generationen werden das zu danken wissen.