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PFC Schadenfälle: nationale und internationale Schadensfallübersicht

Das Steinbeis-Transferzentrum Mittelstand hat als „Hilfe zur Selbsthilfe“ eine PFC-Schadenfallübersicht erstellt.

Sie soll den Überblick und die Kontaktaufnahme mit anderen Betroffenen erleichtern. Das Steinbeis-Transferzentrum rechnet derzeit mit ca. 250 Schadenfällen allein in Deutschland. Viele davon sind nicht bekannt. Viele Schäden sind noch gar nicht „wahrgenommen“, weil in Deutschland z.B. eine flächendeckende Pflicht zur Prüfung des Trinkwassers auf z.B. PFOA und PFOS fehlt. Die vom Regierungspräsidium Karlsruhe dargestellte PFC-Belastung im Raum Rastatt/Baden-Baden wird in dieser Übersicht nur als ein Schadenfall „gezählt“. Ähnlich wie an anderer Stelle in Deutschland gibt es auch in unserem Raum mehrere Schadenverursacher. Auch sind die Folgen der Belastung unterschiedlich, z.B. Grundwasser, Oberflächenwasser, Nutzwasser, Behinderung von Baumaßnahmen, landwirtschaftliche Nutzbarkeit, PFC-Bestandteile in menschlichen Blutspenden und nicht zuletzt die notwendigen Auflagen in Bebauungsplänen. Wilfried Ludwigs, der Leiter des Zentrums, hat sich bereit erklärt Rückmeldungen und Hinweise zeitnah zu bearbeiten. Bitte helfen Sie durch Ihre Hinweise, dass diese Übersicht schnell sehr aussagekräftig und vollständig wird. Vielen Dank! Die nächste Aktualisierung ist für Anfang Oktober 2017 angekündigt. Bei Bedarf auch früher.

http://www.stz-mittelstand.de/pfc-schadenfaelle

Neue PFC-Filteranlage für Rastatt – TV Beitrag in Baden TV

Neue PFC-Filteranlage für Rastatt – TV Beitrag in Baden TV vom 20. Juli 2107

Meilenstein für sauberes Trinkwasser

Richtfest im Wasserwerk Rauental – Filteranlagen sind eingebracht – Millioneninvestition im Kampf gegen PFC

RASTATT. Der Unterbau ist aufgeschlagen, wie Zimmerleute sagen: Bald haben die neuen Filteranlagen im Wasserwerk Rauental der star.Energiewerke GmbH & Co. KG in Rastatt ein solides Dach über dem Kopf. Das wurde heute (20. Juli) gefeiert: „Wir stehen vor einem entscheidenden Schritt im Kampf gegen PFC“, kündigte Hans Jürgen Pütsch an. Der Oberbürgermeister der Stadt Rastatt begrüßte in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der star. Energiewerke geladene Gäste aus der Region, darunter Planer und Handwerker, Mitglieder des Aufsichtsrats und Vertreter benachbarter Wasserversorger, des Landratsamt und der Kirchen. Nach rund acht Monaten Bauzeit sind jetzt auch die Arbeiten am Dachstuhl abgeschlossen, wie Zimmermeister Andreas Ahrens mit einem zünftigen Gruß kundtat. Der neue Anbau erweitert das Platzangebot im Wasserwerk um rund 340 Quadratmeter.

Entwicklung für Bedarf Rastatts
Das Dach des Anbaus ist minimal geneigt, so dass es im Herbst begrünt werden kann. Auf diese Weise fügt sich das neue Gebäude fast nahtlos in das Landschaftsbild. Umso beeindruckender ist, was sich im Innern tut: Dort stehen seit Anfang des Monats bereits vier Aktivkohlefilterbehälter, jeder sieben Meter hoch. Ein Spezialkran hatte diese über das Gebäude des Wasserwerks gehoben und von oben in die neue Halle gesetzt. Die Aktivkohlefilterbehälter wurden speziell für die Bedürfnisse in Rastatt entwickelt und ausgelegt. „Künftig werden diese Anlagen PFC aus dem Brunnenwasser filtern. Sie werden voraussichtlich Anfang kommenden Jahres in Betrieb gehen können“, sagte Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke. Denn vom Grund her hat das Richtfest im Wasserwerk Rauental einen ernsten Hintergrund: per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) im Grundwasser der Region. Festgestellt hatte diese Verunreinigung der Rastatter Wasserversorger bei einer Vollanalyse des Brunnenwassers vor fünf Jahren. Seither ist eine ganze Menge passiert – vor allem Investitionen in Millionenhöhe für die Sicherung einer langfristig einwandfreien Versorgung mit Trinkwasser. Die beiden Pfarrer Markus Honé von der katholischen Seelsorgeeinheit sowie Wenz Wacker von der evangelischen Johannesgemeinde segneten gemeinsam das neue Bauwerk.

Versorgung ist gesichert
Das Trinkwasser für Rastatt kommt aktuell überwiegend aus dem Hauptwasserwerk Ottersdorf. Voraussichtlich Anfang kommenden Jahres wird das Wasserwerk Rauental bei Bedarf wieder einsatzbereit sein. „Mit der Inbetriebnahme des umgebauten Wasserwerks Rauental ist dann wieder die volle Redundanz der Rastatter Wasserversorgung endlich wieder hergestellt“, erklärte Olaf Kaspryk. Dies sei wichtig, um beim Ausfall einer Bezugsquelle oder einer Anlage die Versorgungssicherheit auf hohem Niveau sicherzustellen. Einen Teil der Redundanz verdanke er aber auch den Nachbarn: Inzwischen verbindet auch eine neue interkommunale Verbindungsleitung das Wasserwerk Rauental mit dem Wasserwerk Muggensturm der Stadtwerke Gaggenau. Deren Wasserfassungen sind bisher ohne PFC-Verunreinigung.

Handeln statt warten
Allein in die Filteranlagen und den Umbau des Wasserwerks Rauental investieren die star.Energiewerke rund 3,7 Millionen Euro. Die Betriebskosten werden voraussichtlich rund 250.000 Euro pro Jahr betragen. Damit gehen die star.Energiewerke in Vorleistung. „Es geht hier um einen der größten Umwelt-skandale Deutschlands. Wann politische und juristische Konsequenzen gezogen werden, wissen wir nicht. Aber als Wasserversorger muss ich sofort handeln – so ist mein Verständnis der Daseinsvorsorge“, unterstrich Olaf Kaspryk. Ihm ist die sichere Versorgung der Rastatter Bevölkerung mit dem Lebensmittel Nummer 1 das zentrale Anliegen. Dennoch setzt er alles daran, die öffentliche Hand in die Pflicht zunehmen. „Es kann nicht angehen, dass die Bürger und wir als kommunales Unternehmen für etwas bezahlen, das andere verursacht haben, alle Einwohner Rastatts betrifft und das Auswirkungen über Generationen hat“, hält der Geschäftsführer fest. In Rastatt mussten die star.Energiewerke zum Mai den Trinkwasserpreis erheblich anheben, um ein Mindestmaß an wirtschaftlicher Absicherung zu haben. „Mit der Entscheidung, die Wasserpreise anzuheben, haben wir uns nicht leicht getan. Doch um die Kosten für den Kampf gegen PFC zu schultern, gab es keine Alternative“, sagte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch, der zugleich auch dem Aufsichtsrat des Energiedienstleisters vorsteht. Nun Seite 3/3 kämpft er neben Olaf Kaspryk um einen Ausgleich und für eine gerechte Kostenaufteilung. Denn für die Sanierung von Umweltschäden sehen beide das Land in der Pflicht. Verursacht wurden die Verunreinigungen vermutlich durch das Ausbringen PFC-haltiger Papierschlämme auf Felder. An seiner Seite hat Olaf Kaspryk zudem weitere Wasserversorger und Politiker aus der Region, sie hatten sich erst kürzlich zu einem Gespräch mit der Spitze des stärksten Branchenverbandes in Berlin getroffen.

Vom Rohwasser zum Trinkwasser
Damit die Aktivkohlefilter in Zukunft ihre Arbeit tun können, müssen noch Hydraulik, Kabel und Schieber angeschlossen werden. Parallel passen die star.Energiewerke weitere Aggregate der vorhandenen Wasserwerktechnik an. Denn bereits bisher sind mehrere Arbeitsschritte notwendig, um aus Rohwasser Trinkwasser zu machen. Nach der Reinigung im Aktivkohlefilter wird das Wasser aufgehärtet, entsäuert und dann als Trinkwasser im Reinwasserbehälter gespeichert, bis es ins Rohrnetz gelangt. Im Zuge des Umbaus wird der bestehende Behälter mit einem Fassungsvermögen von 600 Kubikmeter um einen zweiten erweitert. Dieser fasst 550 Kubikmeter Wasser. Damit wird die Speicherkapazität des Werks fast verdoppelt auf insgesamt 1,1 Millionen Liter sauberes Trinkwasser. „Wir haben heute einen Meilenstein geschaffen, damit Rastatts Bürger auch zukünftig Trinkwasser in höchster Qualität bekommen. Allen, die daran mitgewirkt haben, danke ich an dieser Stelle herzlich“, schloss Olaf Kaspryk.


Begrüßung durch Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch mit Geschäftsführer Olaf Kaspryk

 


Geschäftsführer Olaf Kaspryk und Zimmermeister Andreas Ahrens auf dem Dach des Wasserwerks Rauental

 


Ansprechpartner für die Presse

Olaf Kaspryk, Geschäftsführer

Telefon: 07222 773-200

E-Mail: o.kaspryk@star-energiewerke.de

Herzstück im Kampf für sauberes Trinkwasser

Filteranlagen ziehen im Wasserwerk Rauental ein – Entfernung von PFC-Rückständen rückt in greifbare Nähe – Millioneninvest für Rastatts Zukunft

RASTATT. Ein weiterer Meilenstein ist erreicht beim Umbau des Wasserwerks Rauental der star.Energiewerke GmbH & Co. KG (star.Energiewerke): Am Dienstag (5. Juli) hob ein Baukran durch das geöffnete Dach des bestehenden Gebäudes eine Riesleranlage und zwei Aufhärtungsfilter an den vorgesehenen Platz im bestehenden Gebäude des Wasserwerks. Am Mittwoch (6. Juli) folgten vier Aktivkohlefilter in den neuen Anbau. Sie sind das Herzstück der zukünftigen Anlage zur Trinkwasseraufbereitung. In den Edelstahlkesseln mit einem Durchmesser von je drei Meter werden in Zukunft die Stoffe entfernt, die im Raum Rastatt/Baden-Baden die Trinkwasserversorgung gefährden: perfluorierte Chemikalien (PFC). „Ein entscheidender Schritt im Kampf für sauberes Trinkwasser ist jetzt greifbar“, sagt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke zuversichtlich. Bei einer freiwilligen Volluntersuchung entdeckte der Rastatter Wasserversorger vor fünf Jahren die Verunreinigung mit PFC in einer Wasserfassung des Wasserwerks Rauental. Das Trinkwasser für Rastatt kommt deshalb aktuell überwiegend aus dem Hauptwasserwerk Ottersdorf. Voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres wird es wieder dauerhaft Unterstützung aus Rauental bekommen.

Handeln statt warten
Allein in die Filteranlagen und den Umbau des Wasserwerkes investiert das Unternehmen rund 3,1 Millionen Euro. Damit gehen die star.Energiewerke in Vorleistung. „Wir können nicht warten, bis die politische und juristische Konsequenzen aus dem Umweltskandal gezogen wurden – es geht schließlich um die Sicherheit unseres Trinkwassers“, sagt Olaf Kaspryk. Ihm ist die sichere Versorgung der Rastatter Bevölkerung mit dem Lebensmittel Nummer 1 das zentrale Anliegen. Dennoch setzt er alles daran, die öffentliche Hand in die Pflicht zunehmen. „Es kann nicht angehen, dass die Bürger und wir als kommunales Unternehmen für etwas bezahlen, das andere verursacht haben. Ich verstehe Daseinsvorsorge anders“, hält der Geschäftsführer fest.

Maßanfertigung für Rastatt
Die Aktivkohlefilter wurden für die Bedürfnisse in Rastatt entwickelt und ausgelegt. Eine extra angefertigte Vorrichtung macht es zum Beispiel möglich, das Filtermaterial automatisch abzusaugen und den Filter mit neuem Material zu bestücken. Beim Einheben in den Anbau des Wasserwerks bewies der Kranführer besonderes Geschick: Er hob die vier Filter, jeder sieben Meter hoch, über das bestehende Gebäude in die Filterhalle. Nach dem Einzug der neuen Technik geht es nun mit dem Anschließen der Anlagen weiter: Hydraulik, Kabel und Schieber werden in den nächsten Monaten angeschlossen und eingepasst.

Vom Rohwasser zum Trinkwasser
Damit die Aktivkohlefilter in Zukunft ihre Arbeit tun können, müssen auch andere Aggregate der Wasserwerktechnik umgebaut werden. Riesleranlage und Aufhärtungsfilter komplettieren die Anlage. Erstere ist für die Entsäuerung des Rohwassers zuständig: Sie entfernt überschüssige Kohlensäure. Im Aufhärtungsfilter wird die Wasserqualität weiter angepasst, indem der Härtegrad erhöht wird. Nach der Reinigung im Aktivkohlefilter wird das Trinkwasser dann im Reinwasserbehälter gespeichert, bis es ins Rohrnetz gepumpt wird. Im Zuge des Umbaus wird der bestehende Behälter mit einem Fassungsvermögen von 600 Kubikmeter um einen zweiten erweitert. Dieser fasst 550 Kubikmeter. Damit wird die Speicherkapazität des Werks fast verdoppelt auf über 1,1 Millionen Liter sauberes Trinkwasser.


Zentimeterarbeit am Haken:
In den historischen Teil des Wasserwerks Rauental werden Riesleranlagen zur Entsäuerung des Rohwassers eingesetzt.

 


Aufgereiht:
Ein Schwerlastkran hat vier jeweils 4,8 t schwere Edelstahlkessel in die neue Filterhalle des Wasserwerks Rauental gesetzt. Sie dienen der PFC-Entfernung aus dem Trinkwasser.

 


Schwebeakt:
Ein Aufhärtungsfilter nach dem anderen wird im Wasserwerk Rauental in Position gebracht – alles Maßnahmen zur Entfernung von perfluorierten Chemikalien aus dem Grundwasser.

 


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PFC: Informationsaustausch mit VKU-Verbandsspitze in Berlin

Gemeinsame Pressemitteilung
der star.Energiewerke Rastatt GmbH & Co. KG, der Stadtwerke Baden-Baden und dem Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal

RASTATT. Das Netzwerk ist wieder ein Stück enger geknüpft: Am 21. Juni reisten Vertreter der badischen Trinkwasserversorger gemeinsam nach Berlin, um die Geschäftsführung des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) über die PFC-Problematik zu informieren. Vor Ort waren Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke Rastatt, Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler für den Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal sowie Geschäftsführer Helmut Oehler und Bereichsleiter Peter Riedinger von den Stadtwerken Baden-Baden. Sie vertraten dabei ebenfalls die Stadtwerke Gaggenau, die eneREGIO GmbH, die Gemeindewerke Sinzheim sowie die Gemeinde Hügelsheim.

Die Wasserversorger trafen sich zum Gespräch mit Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des VKU und Thomas Abel, Geschäftsführer Wasser und Abwasser des Verbands. Thema war die Verseuchung von knapp 500 Hektar Boden mit perfluorierten Chemikalien (PFC) in der Region Rastatt/Baden-Baden und die Auswirkungen auf das Trinkwasser.

Im Bild (von links nach rechts) Peter Riedinger, Bereichsleiter Stadtwerke Baden-Baden, Helmut Oehler, Geschäftsführer Stadtwerke Baden-Baden, Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler für den Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal, Katharina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des VKU, Kai Whittaker, Mitglied des Bundestags, der das Gespräch vermittelte, Olaf Kaspryk, Geschäftsführer star.Energiewerke Rastatt sowie Thomas Abel, Geschäftsführer Wasser und Abwasser des VKU.


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Bis zu 60 Prozent Murgwasser

star.Energiewerke geben Ergebnisse des Grundwassermodells für das Wasserschutzgebiet Rauental bekannt – Maßnahme der Vorfeldmessung richtig

RASTATT. Die Verunreinigung von Boden und Grundwasser mit perfluorierten Chemikalien (PFC) haben bei den star.Energiewerken zu einem ganzen Bündel an Maßnahmen geführt. Das Ziel: die Versorgung der Bürger Rastatts und kommender Generationen mit einwandfreiem Trinkwasser sicherstellen zu können. Jetzt liegen die Ergebnisse des Grundwassermodells für das Wasserschutzgebiet Rauental vor. Das Modell umfasst das gesamte mit PFC belastete Gebiet zwischen Kuppenheim und Rastatt-Rauental, erarbeitet wurde es durch das Ingenieurbüro Prof. Kobus und Partner GmbH. Bemerkenswerteste Erkenntnis ist, dass das Grundwasser am Rohwasserbrunnen des Wasserwerks Rauental bis zu 60 Prozent aus der Murg stammt. Der verbleibende Rest setzt sich in etwa je zur Hälfte aus Grundwasser zusammen, das sich aus Niederschlägen neu gebildet hat und das vom Murgtal sowie dem Schwarzwald unterirdisch zugeströmt ist. „Es ist also von außerordentlicher Bedeutung, dass das Wasser in der Murg einigermaßen sauber bleibt“, sagt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke. Er appelliert an das Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten – von der Politik über die Aufsichtsbehörden bis zu den Verbrauchern und der ansässigen Industrie. Dass Flusswasser zu Grundwasser wird, ist ein natürlicher Prozess: Aus dem Flussbett versickert Wasser langsam und gelangt so in den Grundwasserleiter.

Vorwarnsystem wird erweitert

Olaf Kaspryk betont auch, dass es wichtig und richtig war, die Zahl der Vorfeldmessungen zu verdichten: „Diese Messstellen sind ein Frühwarnsystem. Auf diese Art wissen wir zeitig, ob verunreinigtes Wasser auf das Einzugsgebiet des Brunnens zufließt. Das gibt uns die Möglichkeit, rechtzeitig entsprechende Maßnahmen einzuleiten.“ Die star.Energiewerke werden – ebenfalls ein Ergebnis des Grundwassermodells – rund 700 Meter südöstlich des Brunnens eine weitere Messstelle bohren und einrichten. „Das Modell hat gezeigt, dass die Messdichte an dieser Stelle noch nicht ausreichend ist“, erklärt Olaf Kaspryk. 18 Messstellen gibt es bereits im und rund um die Wasserschutzzonen I und II.

Vorsorge schafft Sicherheit

Die star.Energiewerke bauen ihr Wasserwerk Rauental derzeit um. Sie statten es mit hochwirksamen Aktivkohlefiltern aus, mit deren Hilfe PFC aus dem Grundwasser entfernt werden kann. Ergänzt werden sie durch eine Aufhärtungsanlage. „Im Grundwasser des Rauentaler Wasserwerks gibt es bereits deutliche Spuren der Chemikalien. In diesem Rohwasserbrunnen wurde im Jahr 2012 erstmals PFC durch die star.Energiewerke zufälligerweise aufgrund einer freiwilligen Vollanalyse des Rohwassers entdeckt.“ Welche Ausmaße dieser Fund nach sich ziehen würde, war zur damaligen Zeit für Olaf Kaspryk noch nicht absehbar. Nachdem der Anstieg der PFC-Konzentration bis Mitte 2013 dort beobachtet wurde, wurde im Juli 2013 der Betrieb des Wasserwerks präventiv eingestellt. „Nach dem Umbau können wir auch aus diesem Wasserwerk wieder einwandfreies Trinkwasser liefern“, betont Olaf Kaspryk, „was für die Sicherstellung der Wasserversorgung von Bedeutung ist.“ Denn momentan wird Rastatts Bevölkerung ausschließlich aus dem Wasserwerk Ottersdorf beliefert; im Bedarfsfall kann über eine neu gebaute Verbindungsleitung aushilfsweise Trinkwasser aus einem Gaggenauer Wasserwerk bezogen werden. „Das sind alles Maßnahmen, die wir seit Entdecken des PFC-Skandals umgesetzt haben“, erläutert der Geschäftsführer. Ein weiteres Gutachten, das die star.Energiewerke beauftragt haben, soll Aufschluss darüber geben, wann wahrscheinlich die höchste Konzentration an PFC im Grundwasser des Wasserschutzgebiets Rauental vorhanden sein wird. „Je genauer wir den Zeithorizont kennen, desto besser können wir planen und arbeiten“, ist sich der Geschäftsführer sicher. Das Unternehmen hat nach den PFC-Funden konsequent und schnell gehandelt. „Der Umbau des Wasserwerks Rauental ist ein weiteres Modul unseres Maßnahmenkatalogs. Ist er abgeschlossen, können wir an den Umbau des Wasserwerks Ottersdorf gehen, damit wir künftig auch dort die Möglichkeit haben, PFC herauszufiltern, sollte die Fahne je auch da ankommen.“ Bis jetzt ist das Trinkwasser aus dem Ottersdorfer Wasserwerk frei von Verunreinigungen.

Sanierung des Grundwassers

Olaf Kaspryk weist darauf hin, dass die Aufrüstung der Wasserwerke das Unternehmen mehrere Millionen Euro kostet. „Wir betreiben hier künftig Grundwassersanierung, was eigentlich nicht Aufgabe eines Wasserversorgers ist, sondern eine der öffentlichen Hand“, betont er. Da aber die Verfahren gegen potenzielle Verursacher des PFC-Skandals eingestellt worden seien und das Land noch nicht einspringe, bleibe den star.Energiewerken keine andere Wahl. „Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Wir müssen dafür sorgen, dass es stets in guter Qualität und ausreichender Menge zur Verfügung steht. Und das tun wir.“ Bald wird auch im Namen des Unternehmens sichtbar werden, dass es wesentlich zur kommunalen Daseinsvorsorge beiträgt. Denn die star.Energiewerke firmieren um in Stadtwerke Rastatt.


Bildererläuterung:
Breite des Einzugsgebietes für unterschiedliche Entnahmemenge am Brunnen Rauental.

 

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SWR Beitrag: Zur Sache Baden-Württemberg

Sinzheim verkauft PFC-verseuchtes Bauland

Die Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“ berichtet am 8. Juni 2017 unter anderem über PFC in der Region.

Baden-TV über den Anstieg der Wasserpreise in Rastatt

Der Sender „Baden TV“ berichtet in seiner Sendung vom 7. Juni 2017 über PFC und den daraus resultierenden Anstieg der Wasserpreise in Rastatt.

Wasserwerk Rauental: Halle für PFC-Filter im Bau

star.Energiewerke setzen Maßnahmen zur Sicherung des Trinkwassers fort –2,5 Millionen Euro Investition in Anlagen zur Entfernung der Chemikalien

RASTATT.Beim Wasserwerk Rauental ist Schluss mit der Stille: Dort wird jetzt armiert und betoniert, was das Zeug hält. Die star.Energiewerke – der Wasserversorger Rastatts – haben mit dem Bau einer Filterhalle begonnen, die künftig Aktivkohlefilter beherbergen soll. Sie werden dann vor allem perfluorierte Chemikalien aus dem Rohwasser entfernen. Diese sind in den Wasserfassungen für Rauental gefunden worden – weshalb die star.Energiewerke das Werk dann außer Betrieb genommen haben. Die Verunreinigung des Grundwassers mit diesen Chemikalien ist an etlichen anderen Stellen der Region aufgetreten. Die star.Energiewerke und umliegende Wasserversorger arbeiten seit den Funden umfassend und konsequent an der Sicherstellung einer einwandfreien Trinkwasserversorgung – mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen. Diese reichen von Forschung, Entwicklung von Filtermethoden über ein Monitoring bis zum Bau von interkommunalen Verbünden. Der Umbau des Wasserwerks Rauental ist ein zentrales Modul in diesem Paket. Diese Sicherungsmaßnahmen kosten den Wasserversorger 8 Millionen Euro bis 2018. Allein für den Umbau und die Ausstattung mit wirksamen Filtern sind insgesamt 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Damit alle technischen und hydraulischen Komponenten danach zusammenpassen, müssen auch andere Aggregate der Wasserwerktechnik entsprechend umgebaut werden. Dies kostet weitere 1,1 Millionen Euro. „Als Wasserversorger sind wir in der Pflicht, für einwandfreies Trinkwasser zu sorgen“, sagt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke dazu, „wir müssen in Vorleistung gehen und können nicht warten, bis Sachverhalte juristisch oder politisch entschieden sind.“

Fertig bis zum Jahresende
Das Fundament der Filterhalle ist bereits fertig, die Säulen für die Auflage der Querträger werden in diesen Tagen betoniert, Mitte Mai werden die Außenwände des Gebäudes montiert. Im Juni werden die Aufhärtungs- und Aktivkohlefilter angeliefert und aufgebaut, ebenso eine Entsäuerungsanlage. Erst dann kommt das Dach drauf. Im Juli werden die Arbeiten soweit fortgeschritten sein, dass auch das Richtfest stattfinden kann. Nach den Sommerferien bis in den November hinein werden die Aggregate angeschlossen und die hydraulische Ausrüstung der Filterhalle fertiggestellt. Die star.Energiewerke rechnen damit, dass sie das Wasserwerk Rauental Anfang des Jahres 2018 wieder in Betrieb nehmen können. Bis dahin versorgt das Wasserwerk Ottersdorf allein die Einwohner Rastatts, im Bedarfsfall kann Wasser des Wasserwerks Muggensturm der Stadtwerke Gaggenau über eine neue Verbindungsleitung nach Rastatt geliefert werden.


Der Umbau des Wasserwerks Rauental aus der Luft: Die mit Eisen armierten Quadrate markieren die Stellen, an denen Säulen betoniert werden, auf die Querträger für die Deckenschalung aufgelegt werden.

Quelle: Thomas Roth


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PFC Folge – In Rastatt steigt der Preis für Trinkwasser

star.Energiewerke-Aufsichtsrat beschließt Erhöhung zum 1. Mai zur wirtschaftlichen Unternehmenssicherung – Olaf Kaspryk kämpft weiter für Gerechtigkeit

RASTATT. Über vier Jahre weiß man von der Belastung des Grundwassers in der Region um Rastatt mit perfluorierten Chemikalien (PFC). Seitdem kämpfen Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke, und die Stadt Rastatt für die Sanierung und den weiteren Schutz der wertvollen Ressource. Mehr als drei Millionen Euro hat das Unternehmen bereits in Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung investiert, weitere werden folgen. Um auch künftig wirtschaftlich über die Runden zu kommen, muss der Rastatter Wasserversorger ab 1. Mai die Preise für das wichtigste Lebensmittel erhöhen. Einem entsprechenden Vorschlag stimmte der Aufsichtsrat der star.Energiewerke jetzt zu. Künftig muss ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in Rastatt gut drei Euro pro Monat mehr für Trinkwasser bezahlen. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, denn die Bürger können nichts für den PFC-Eintrag ins Grundwasser“, erklärte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch als Aufsichtsratsvorsitzender angesichts der langfristigen finanziellen Belastung durch PFC. Das kommunale Unternehmen könne die enormen Mehrbelastungen durch die PFC-Sanierungsmaßnahmen nicht länger durch Kosteneinsparungen an anderen Stellen kompensieren, informierte der Aufsichtsratsvorsitzende und fügte an: „Wir müssen die wirtschaftliche Basis absichern.“ Denn das Land Baden-Württemberg lehnt monetäre Unterstützung bislang ab – trotz Ausmaß und Langfristauswirkungen des Skandals, was Olaf Kaspryk empört. Hinzu kommt, dass die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen mögliche Verursacher kürzlich eingestellt hat.

Zieht sich das Land aus der Affäre?

Der Geschäftsführer gibt sich kämpferisch: Er will Gerechtigkeit in einer Sache, bei der die öffentliche Hand in der Pflicht steht. Grundwasserschutz ist nämlich originäre Aufgabe des Landes. Ein Gutachten bestätigt: Ohne PFC-Belastungen müssten die star.Energiewerke nicht an der Preisschraube drehen. „Warum sollen die Bürgerinnen und Bürger für etwas bezahlen, was andere verursacht haben?“, echauffiert sich Olaf Kaspryk und fügt an: „Die star.Energiewerke haben in diesem Fall die Rolle des Grundwasser-Sanierers zugeschoben bekommen, da es im Moment so aussieht, als werde der PFC-verseuchte Boden – wegen den riesigen Dimensionen – nicht saniert. Dann würden die Problemstoffe weiter ins Grundwasser sickern.“ Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hatte kürzlich darauf verwiesen, dass die Trinkwasserpreise zur Finanzierung der PFC-Maßnahmen problemlos angehoben werden könnten, da Trinkwasser in Rastatt bislang überdurchschnittlich günstig sei. Damit versuche das Land sich aus der Affäre zu ziehen, findet Olaf Kaspryk. Deshalb ist er bereit, sowohl den Sachverhalt als auch die Verantwortung für die Schadensbeseitigung über die gerichtlichen Instanzen zu klären. Bislang gingen die star.Energiewerke und künftig auch die Rastatter Bürger/innen in Vorleistung.

Engagement für Daseinsvorsorge

Über drei Millionen Euro haben die star.Energiewerke als Trinkwasserversorger Rastatts in den beiden vergangenen Jahren bereits in die Sicherung des wichtigsten Lebensmittels investiert; alles Kosten, die auf das Konto der PFC-Verunreinigung gehen. Laut derzeitigen Planungen wächst der Betrag bis Ende 2018 auf rund acht Millionen Euro an, vor allem auch, weil die PFC-Entfernung langfristig kontinuierliche Betriebskosten der Anlagen verursacht. Die Kosten für die Forschung und Entwicklung einer wirksamen und wirtschaftlichen Entfernung von PFC haben die star.Energiewerke bislang ebenfalls alleine getragen. Eine weitere Maßnahme zur Sicherung der Trinkwasserversorgung Rastatts und der Region ist der Aufbau von Redundanzen in Form eines interkommunalen Verbunds – wie beispielsweise mit den Stadtwerken Gaggenau.

Der Hintergrund: 2012 waren bei einer Vollanalyse im Brunnenfeld des Wasserwerks Rauental die ersten Spuren einer PFC-Belastung festgestellt worden; das Unternehmen richtete ein Monitoring ein. Nachdem die PFC-Werte dort gestiegen waren, wurde das Wasserwerk Rauental 2013 vorsorglich stillgelegt. Das Notwasserwerk in Niederbühl, welches seit 2011 nicht mehr in Betrieb war, konnte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Betriebsbereitschaft versetzt werden, weil auch dort PFC-Rückstände entdeckt wurden – und zwar zehnfach höher als in den Brunnenfassungen für das Wasserwerk Rauental. Deshalb wird die Barockstadt seit Juli 2013 allein über das Hauptwasserwerk in Ottersdorf mit Trinkwasser versorgt. Seit dem zufälligen Fund der Verunreinigung kümmert sich der Rastatter Wasserversorger um die Entwicklung praktikabler und wirtschaftlich tragbarer Lösungen für die PFC-Entfernung aus dem Wasser und die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Erst Mitte März hatten sich in Rastatt auf Einladung der star.Energiewerke über 50 Fachleute aus dem Bundesgebiet getroffen; zum zweiten Mal schon. Neben PFC-Abwehrmaßnahmen und deren Erfolge ging es hierbei als weiteren Baustein des bereits zweiten PFC-Expertenforums um die Frage der Finanzierung von Maßnahmen zur Schadensbeseitigung und von Forschungsvorhaben dazu. Im Fokus standen auch Schutzmaßnahmen der Verbraucher. Der Appell der Experten galt vor allem der Politik, hier gerechte Lösungen für die Betroffenen und die Bürger zu ermöglichen. Es gehe schließlich um einen elementaren Bestandteil der Daseinsvorsorge.

Neue Trinkwasserpreise im Detail

Bisher lagen die star.Energiewerke bei den Trinkwasserpreisen in Baden-Württemberg am unteren Ende, das belegen die Erhebungen der Landeskartellbehörde. „Aktuell liegen wir im landesweiten Vergleich auf dem drittgünstigsten Platz, ein Beleg für gutes Wirtschaften“, hält Olaf Kaspryk fest. Mit der Preisänderung ab Mai, so schätzen die Experten, wird der Rastatter Versorger voraussichtlich immer noch deutlich unter dem Durchschnitt der 81 privatrechtlich organisierten Anbieter des Lebensmittels Nummer eins in Baden-Württemberg zu finden sein. Grundlage für die Kalkulation sind die Rahmenbedingungen in Rastatt bis zum Jahr 2018. Dann liegen die ersten Erfahrungen aus dem Betrieb der aktuell im Bau befindlichen Aktivkohlefilteranlage im Wasserwerk Rauental vor.

Ab dem nächsten Monat steigen die Bezugspreise für die Verbraucher in Rastatt von 1,64 Euro auf 1,86 Euro pro Kubikmeter brutto. Zudem ändert sich der Grundpreis, der jeweils abhängig von der Auslegung des Wasserzählers im Haus ist. Mit einher ging eine leichte Verlagerung vom Arbeitspreis auf den Grundpreis. Für die am häufigsten eingebauten Zähler-Varianten Qn 1,5 und Qn 2,5 steigt der monatliche Grundpreis um rund elf Prozent auf 3,21 Euro inklusive Steuer.

Die Stände der Wasserzähler zum 30. April 2017 oder auch Fragen nehmen die star.Energiewerke gerne über den Servicebereich unter www.star-energiewerke.de/service entgegen. Hier finden Sie die aktuellen Trinkwassergebühren:

Die star.Energiewerke versorgen insgesamt 29.000 Kunden zuverlässig und sicher mit Strom, 8.200 mit Gas und rund 9.100 mit bestem Trinkwasser. Zudem treibt das städtische Versorgungsunternehmen die Energiewende in der Region voran. Die star.Energiewerke produzieren in Rastatt Ökostrom in eigenen Wasserkraftwerken und Fotovoltaik-Anlagen, darunter ist auch ein Bürgersolarpark. Zudem erzeugen sie aus Biogas Naturstrom in Blockheizkraftwerken und betreiben effiziente Nahwärmenetze für rund 274 Wohnungen sowie 53 Gewerbeeinheiten und öffentliche Einrichtungen. Die Wärme dafür stammt aus gasbetriebenen Blockheizkraftwerken und einer Geothermie-Anlage. Über ihr Leitungsnetz sichern die star.Energiewerke die Energie- und Wasserversorgung der rund 47.300 Bürgerinnen und Bürger Rastatts. Die star.Energiewerke setzen sich für eine bleibend hohe Lebensqualität in Rastatt und Umgebung ein: Dazu zählt auch die Unterstützung von Sportvereinen sowie kulturellen und sozialen Projekten.

Ansprechpartner für die Presse

Olaf Kaspryk, Geschäftsführer

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PFC-Experten üben Schulterschluss in Rastatt

Star.Energiewerke engagieren sich weiter und formieren sich mit Betroffenen aus dem Bundesgebiet – Finanzierungsmodelle sollen Lasten auf mehreren Schultern verteilen

RASTATT. Die perfluorierten Chemikalien (PFC) im mittelbadischen Grundwasser sind kein Einzelfall: Auch in anderen Bundesländern gibt es derartige Funde. Beim zweiten Expertenforum kamen heute (16. März) über 50 Fachleute aus ganz Deutschland auf Einladung der star.Energiewerke zusammen und diskutierten Lösungsansätze und Strategien für die Zukunft.

Expertenforum in Rastatt zu PFC

Es ging um freiwillige Kontrollen, Kooperations- und Finanzierungsmöglichkeiten bei Schadensfällen und um die Frage, wie PFC durch Filtrationstechniken wirkungsvoll und wirtschaftlich aus dem Grundwasser entfernt werden kann. Denn ein Bodenabtrag kommt bei rund 500 Hektar mit PFC verunreinigten Flächen nicht in Betracht. Oberstes Gebot, das betonte Olaf Kaspryk als Gastgeber, sei der Schutz des Lebensmittels Nummer 1, dem Trinkwasser. Als Geschäftsführer der star.Energiewerke ist er für die Trinkwasserversorgung der 48.000-Einwohner-Stadt verantwortlich und setzt diese ganz im Sinne der Daseinsvorsorge in die Tat um. Denn seit bei einer Vollanalyse im Grundwasser zweier Rastatter Wasserwerke PFC entdeckt wurden, hat er ein ganzes Bündel an Maßnahmen ergriffen. Auf das dritte – und noch einzig in Betrieb befindliche – Hauptwasserwerk in Ottersdorf treibt die Fahne mit PFC-belastetem Grundwasser zu.

Politik ist gefragt
Beim nunmehr zweiten PFC-Expertenforum trugen Experten verschiedene Schadensfälle und den Stand von Forschungsvorhaben zusammen, die auf die Minimierung der PFC im Trinkwasser abzielen. Zentrale Frage dabei: Wer bezahlt die bislang durchgeführten Sicherungsmaßnahmen und die Forschung? Allein für das Einzugsgebiet der Stadt Rastatt kalkuliert Olaf Kaspryk derzeit mit rund acht Millionen Euro Aufwendung zur Ressourcensicherung hinsichtlich für PFC bis 2018 – für ein mittelständisches und kommunal verankertes Unternehmen kaum zu stemmen. Landesumweltminister Franz Untersteller empfahl kürzlich zur Finanzierung der Aufwendungen den Trinkwasserpreis in Rastatt anzuheben. „Aber es kann doch nicht sein, dass die Bürger hier aus der Region über Generationen hinweg für eine Sanierungsmaßnahme bezahlen, die ein Fehler im Überwachungssystem verursacht hat“, hält Olaf Kaspryk entgegen. Die Rolle der Verursacher ist bis heute nicht geklärt.
Im Rahmen des Experten-Forums trugen die Teilnehmer rund 100 ähnliche Fälle zusammen und demonstrierten damit die nationale Tragweite des Themas PFC. Moderator Wilfried Ludwigs vom Steinbeis Transferzentrum Mittelstand sah am Ende ein mehrstufiges Modell zum Umgang mit den Belastungen durch PFC:

  1. – Das Schaffen einer Schadensplattform, um die Fälle bundesweit und auch international zuverlässig zu erfassen.
  2. – Die Selbstverantwortung der Wasserversorger zu erweiterten Kontrollen hinsichtlich PFC.
  3. – Die Kooperation von Versorgern innerhalb der Regionen.
  4. – Förderung von Innovation
  5. – Eine dreiteilige Finanzierung, an der sich sowohl die Verbraucher als auch Land sowie Bund und EU über Forschungsförderung beteiligen.

Expertenforum in Rastatt zu PFC

Nächste Schritte

"Was ist uns der Schutz des wichtigsten Lebensmittels wert?", fragte Gastgeber Olaf Kaspryk am Ende der Veranstaltung. Hier sei man beim zweiten Expertenforum ein ganzes Stück weiter gekommen, bedankte er sich bei den Anwesenden. Nun gelte es, die Schritte selbst in die Tat umzusetzen und weiter um die Unterstützung der Politik zu werben. Diese bekommt er in Rastatt von Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch, der sich am Morgen auch in einem Grußwort an die Fachleute gerichtet hatte. In dem bundesweiten Schulterschluss von Betroffenen sieht der Geschäftsführer der star.Energiewerke die große Chance, nun auch auf Landesebene Gehör und kompetente Ansprechpartner zu finden – die waren der Einladung zum Experten-Forum leider nicht gefolgt.

Hier die wichtigsten Expertenbeiträge aus der Agenda:

Dr. Gerd Schiffler, Abteilungsleiter Wasser beim Ingenieurbüro Wald & Corbe, stellte das PFC-Monitoring im Grundwasser mit Blick auf das Rastatter Hauptwasserwerk Ottersdorf vor. Auch dort drohe die Verunreinigung; die PFC-Fahne könne dort in wenigen Jahren eintreffen.

Lorena Rodriguez, Chemie-Ingenieurin bei und für das Thema PFC bei den star.Energiewerken zuständig, stellte gemeinsam mit Dr. Sebastian Hesse von Technologiezentrum Wasser (Karlsruhe) die Forschungsprojekte und Versuche vor, die im Wasserwerk Niederbühl gemacht worden sind. Das Wasserwerk Niederbühl ist aktuell wegen belasteter Brunnen nicht am Netz. Zwei Verfahren wurden dort untersucht mit Blick auf die Minimierung von PFC im Trinkwasser: Ionenaustausch und ein Aktivkohlefilter. Beide Verfahren zeigten gute Ergebnisse. Die Kosten je behandeltem Kubikmeter Wasser werden zum Beispiel bei Aktivkohle auf 23 Cent geschätzt; Ionentausch käme teurer. Für die Wasseraufbereitung im Wasserwerk Rauental haben sich die star.Energiewerke auch deshalb für das Aktivkohleverfahren zur Entfernung von PFC aus dem Grundwasser entscheiden. Lorena Rodriguez hat die Umsetzung der Forschungsergebnisse im Wasserwerk Rauental erläutert. Der Bau für die Halle, in der künftig die Aufbereitungsanlage installiert wird, startete bereits im vergangenen November. Das Investitionsvolumen dafür veranschlagen die star.Energiewerke mit rund 3,2 Millionen Euro.

Thomas Kroll von den Stadtwerken Arnsberg in Nordrhein-Westfalen berichtete von seinen Erfahrungen: Im Einzugsbereich des Flusses Möhne waren 2006 durch kriminelle Machenschaften PFC-belastete Abfälle auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht worden.

Dr. Thomas Held, Experte für die Abschätzung von Boden- und Grundwasserverunreinigungen bei ARCADIS ging auf die Besonderheit von PFC ein: Diese sind mikrobiell nicht abbaubar und sehr mobil. Aktuell gibt es weder ausreichende analytischen Methoden zu deren Verhalten im Quellenbereich noch zuverlässige mathematische Werkzeuge zur Prognose des Verhaltens. Der Experte beleuchtete eine ganze Bandbreite an Verfahren zum Separieren von PFC aus Wasser von elektrischen Verfahren über Membrane bis hin zur chemischen Oxidation und einem Verfahren, das mit Schall arbeitet. Thomas Held bezeichnete diese Ansätze als hoffnungsvoll, doch es seien noch erhebliche Entwicklungsanstrengungen bis zum großtechnischen Einsatz notwendig.

Dr. Jürgen Hölzer, Sozial- und Umweltmediziner an der Universität Bochum stellte Daten aus Tierversuchen und epidemologischen Studien mit Personen vor, die mit Perfluoroctansäure belastetes Trinkwasser konsumiert hatten. Unter anderem konnte er bei gut 300 Personen in Arnsberg an der Möhne deutlich höhere PFC-Werte im Blutplasma nachweisen wie in einer Vergleichsgruppe. Zudem verwies er auf internationale Studien, die Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Perfluoroctansäure in Nahrung und Trinkwasser mit niedrigen Geburtsgewichten bei Babys geben. Wissenschaftler sehen zudem Auswirkungen auf die hormonelle Entwicklung von Jugendlichen, die immunologische Entwicklung sowie den Schilddrüsenstoffwechsel. Der Experte berichtete, dass das Umweltbundesamt für die Bewertung von humantoxikologisch nur teil- oder nicht bewertbaren Stoffen die GOW (gesundheitliche Orientierungswerte) entwickelt haben, die sowohl fallspezifisch, als auch stoffspezifisch angewendet werden. PFC ist bereits in geringen Dosen im Körper nachweisbar und hat Auswirkungen. Aktuell werde die akute Toxizität zwar als gering eingestuft. Dennoch fordert Dr. Jürgen Hölzer dringend die Minimierung des Eintrags von perfluorierten Stoffen in Trinkwasser im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes.

Wie die Folgekosten der PFC-Thematik finanziert werden könnten, damit hatte sich Rechtsanwalt Dr. Dominik Greinacher beschäftigt. Die Ursachen seien komplex und nicht mehr zu beseitigen – einzig an den Folgen könne man arbeiten. Dazu stellte er Vergleiche zu anderen Altlasten- und Rückstandfällen weltweit an. Mangels klarer rechtlicher Regelungen läge in all diesen Fällen, wie auch bei der PFC-Thematik, die Herausforderung in der Bewältigung der Situation und die Regelung von Maßnahmen. Wichtig sei hier zum einen das Bündeln von Know-how und eine Finanzierungsbasis, bei der alle Beteiligten einen Teil der Aufwendungen tragen. Wege zu einer Lösung sind nach Meinung des Experten zum einen Verhandlungen, zum anderen der öffentlich Druck durch Betroffene und Medien – flankiert durch rechtliche und politische Schritte.

Dieter Eckert, Rechtsanwalt, Bürgermeister a.D. und ehemals Erster Landesbeamter schloss den Expertenreigen mit seinem Beitrag zu Finanzierungsmöglichkeiten bei der Schadensbeseitigung von PFC und der Innovationsforschung. Da im Falle Rastatt das Verursacherprinzip allein nicht weiterführe, sieht er die Gemeinschaft unter Hinzuziehung von Land, Bund und EU in der Pflicht. Dabei berief er sich auf den angelegten Vorsorgegrundsatz im Grundgesetz (Art.2, Abs.2).

 

Expertenforum in Rastatt zu PFC

Die star.Energiewerke versorgen insgesamt 29.000 Kunden zuverlässig und sicher mit Strom, 8.200 mit Gas und rund 9.100 mit bestem Trinkwasser. Zudem treibt das städtische Versorgungsunternehmen die Energiewende in der Region voran. Die star.Energiewerke produzieren in Rastatt Ökostrom in eigenen Wasserkraftwerken und Fotovoltaik-Anlagen, darunter ist auch ein Bürgersolarpark. Zudem erzeugen sie aus Biogas Naturstrom in Blockheizkraftwerken und betreiben effiziente Nahwärmenetze für rund 274 Wohnungen sowie 53 Gewerbeeinheiten und öffentliche Einrichtungen. Die Wärme dafür stammt aus gasbetriebenen Blockheizkraftwerken und einer Geothermie-Anlage. Über ihr Leitungsnetz sichern die star.Energiewerke die Energie- und Wasserversorgung der rund 47.300 Bürgerinnen und Bürger Rastatts. Die star.Energiewerke setzen sich für eine bleibend hohe Lebensqualität in Rastatt und Umgebung ein: Dazu zählt auch die Unterstützung von Sportvereinen sowie kulturellen und sozialen Projekten.

Ansprechpartner für die Presse

Olaf Kaspryk, Geschäftsführer

Telefon: 07222 773-200

E-Mail: o.kaspryk@star-energiewerke.de

 

2. PFC-Expertenforum am 16. März 2017 in Rastatt

Die star.Energiewerke laden ausgewiesene Sachverständige in dieser Umweltproblematik zum zweiten Mal nach Rastatt zu einem konstruktiven PFC-Expertenforum ein.

"W wie Wissen" berichtet über PFCs

Die "W wie Wissen" Sendung vom 29. Oktober 2016 berichtet unter anderem von PFCs und der Situation in Rastatt.

Beitrag vom 29.10.2016 (ab Minute 21:30) hier öffnen.

ARD berichtet über "Umweltskandal"

Die ARD tagesthemen berichten über verseuchtes Ackerland und Trinkwasser.

Beitrag vom 15.9.2016 (ab Minute 18:27) hier öffnen.

 

 

Baustein zur Trinkwassersicherung

Badisches Tagblatt vom 26.07.2016

Verbindung zwischen Wasserwerken Rauental und Muggensturm steht

Ein weiterer Baustein zur Absicherung der Trinkwasserversorgung für die Rastatter Bevölkerung ist am vergangenen Freitag in Betrieb gegangen: Das Wasserwerk Muggensturm der Stadtwerke Gaggenau kann jetzt über eine neu gebaute Verbindungsleitung zum Wasserwerk Rauental der Star-Energiewerke pro Stunde bis zu 250 Kubikmeter Trinkwasser für Rastatt liefern. Das Wasser aus den Muggensturmer Fassungen ist frei von perfluorierten Chemikalien (PFC).

Wie berichtet, sind von den drei Rastatter Wasserwerken seit längerem zwei wegen PFC-Belastungen im Grundwasser außer Betrieb (Rauental und Niederbühl). Die Rastatter werden seit fast drei Jahren allein vom Hauptwasserwerk Ottersdorf versorgt. Das dort geförderte Wasser ist "einwandfrei", betonen die Star-Energiewerke in ihrer Pressemitteilung.

Geschäftsführer Olaf Kaspryk erläutert: "Die neue Verbindungsleitung zwischen den beiden Wasserwerken stellt endlich eine Teilredundanz für das Wasserwerk Ottersdorf her. Sollte es aus irgendwelchen Gründen ausfallen, können wir jetzt rund zwei Drittel des durchschnittlichen Rastatter Wasserbedarfs aus Muggensturm decken." Ende Oktober soll mengenmäßig die volle Redundanz für das Wasserwerk Ottersdorf hergestellt sein: Dann könnte das Wasserwerk Muggensturm im Notfall mit über 10.000 Kubikmetern Wasser pro Tag der Nachbarstadt aushelfen, was dem Bedarf von Spitzentagen entspricht. Kaspryk dankt den Stadtwerken Gaggenau für ihre Bereitschaft zu dieser interkommunalen Verbindung der Trinkwassersysteme: "Diese Nachbarschaftshilfe ist uns viel Wert und gibt Sicherheit."

Die Star-Energiewerke beginnen im Herbst mit dem Umbau des Wasserwerks Rauental und statten es mit einer Aktivkohle-Anlage aus, die bei Bedarf PFC aus dem Grundwasser entfernen können. Auch das ist Teil des umfangreichen Maßnahmenpakets zur nachhaltigen Sicherung der Trinkwasserversorgung für Rastatt.

Grundwasserströmungsmodell: Wo fließt die PFC-Fahne?

Die örtlichen Zeitungen hatten berichtet, dass die belastete Grundwasserfahne von der man befürchtet hatte, sie werde das Wasserwerk Ottersdorf erreichen, voraussichtlich nördlich an diesem vorbeiziehen werde. Diese Aussage ist aus unserer Sicht so nicht korrekt!

1. Richtig ist stattdessen, dass es sich bei der zitierten belasteten Fahne um den sogenannten Ostkorridor einer insgesamt sehr breiten PFC-Fahne handelt. Lediglich der östliche Teil der mit PFC belasteten Fahne wird also möglicherweise im Osten der Brunnen des Wasserwerks Ottersdorf vorbeifließen. Das zeigt das Grundwasserströmungsmodell des Ingenieurbüros Wald & Corbe, das von den star.Energiewerken in Auftrag gegeben wurde. Es hat auch ergeben, dass der Riedkanal auf diesen östlichen Teil der PFC-Fahne einen Effekt hat. Er exfiltriert rund 50 Prozent der PFC-Fracht. Die restlichen 50 Prozent verteilen sich jedoch im Grundwasser. Es ist nicht auszuschließen, dass diese einen entsprechenden Einfluss auf die Wasserfassung des Wasserwerks in Ottersdorf haben werden.

2. Das Wasserwerk Ottersdorf zieht vornehmlich Grundwasser aus dem sogenannten mittleren Korridor, der aus den Baggerseen bei Sandweier und Iffezheim gespeist wird. PFC-belastetes Wasser aus dem mittleren Korridor wird in naher Zukunft die Fassungen des Wasserwerkes Ottersdorf erreichen.

Die star.Energiewerke sind augenblicklich dabei, weitere Probepegel erstellen zu lassen, um eine noch detailliertere Kenntnis der Situation des mittleren Korridors zu erhalten. Das erfolgt in enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium. Das Wasserwerk Ottersdorf versorgt im Moment als einziges Wasserwerk die Bürger der Stadt Rastatt.

Austausch und Netzwerk zwischen betroffenen Wasserwerken bundesweit

Die star.Energiewerke haben Kontakt mit anderen Wasserwerken aufgenommen, die sich auch mit der PFC-Problematik auseinander setzen müssen. Dabei haben die Spezialisten der star.Energiewerke andere Wasserwerke bundesweit besichtigt, die mit Aktivkohle ertüchtigt wurden. Die Ziele: zum Erfahrungsaustausch und um ein Netzwerk zwischen betroffenen Wasserversorgern herzustellen.

Diese Wasserwerke haben eine Aktivkohle-Anlage seit Jahren im Betrieb, um die PFC aus dem Trinkwasser zu entfernen. Eine wichtige Bestätigung nochmals für uns, dass die Wasseraufbereitung und PFC-Entfernung durch Aktivkohle erfolgreich ist. Dieser Austausch ermöglicht auch die Unterstützung von erfahrenen Wasserwerkbetreibern zum Thema "PFC-Entfernung aus dem Trinkwasser mit Aktivkohle".

"Ich trinke Rastatter Wasser jeden Tag aus dem Hahn"

Interview mit Diplom-Ingenieurin Lorena Rodriguez zum PFC

Lorena Rodriguez, Diplom-Ingenieurin für Chemie, Umwelt- und Verfahrenstechnik, arbeitet als Wasser-Expertin bei den star.Energiewerken. Sie bringt Fachwissen und Erfahrung aus nationalen wie internationalen Projekten der Wasser- und Abwasserreinigung in das Expertenteam ein, das sich seit Jahren in Forschungs- und Pilotprojekten mit der Entfernung von Perfluorierten Chemikalien (PFC) aus dem Wasser befasst. Das Grundwasser ist in Teilen der Region mit den sogenannten PFC verunreinigt, davon betroffen sind auch Wasserfassungen der Stadtwerke Rastatt wie die des Wasserwerks Niederbühl, das seither außer Betrieb ist.

Vor ihrer Arbeit in Rastatt war Lorena Rodriguez in Kambodscha als Projektleiterin bei einer Nichtregierungsorganisation (NGO) für Umwelt und Trinkwasser tätig. Davor arbeitete sie in Beratungsunternehmen als Projektingenieurin für Abwasserbehandlung in mehreren Ländern und als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim KIT in Karlsruhe, das mit seinem Know-how auch die star.Energiewerke bei der Lösung der PFC-Problematik unterstützt.

Lorena Rodriguez

1. Frau Rodriguez, Sie sind als Diplom-Ingenieurin für Chemie und Wasseraufbereitung seit Sommer 2015 bei den star.Energiewerken für das Thema "PFC" zuständig. Wie sieht Ihre Arbeit genau aus?

Lorena Rodriguez:

Ich verstärke das Expertenteam der star.Energiewerke, das sich mit der PFC-Problematik auf unterschiedliche Art und Weise befasst. Es geht unter anderem um die Forschung und Weiterentwicklung von Techniken zum Entfernen der PFC aus dem Grundwasser. Ich begleite auch unsere beiden Forschungsvorhaben zum Thema "PFC-Entfernung" und arbeite eng mit dem Technologiezentrum Wasser zusammen. Wir analysieren, wie sich die "PFC-Fahne" ausbreitet, und welche Maßnahmen erforderlich bzw. realistisch sind.

Ich bin Projektleiterin für den Umbau des Wasserwerks Rauental sowie der Wasseraufbereitung und Optimierung der Verfahrenstechnik in unserem Wasserwerk Ottersdorf. Dazu zählen die Auswertung der Wasseruntersuchungen, die vom Technologiezentrum Wasser durchgeführt werden, und die Begleitung eines vom KIT durchgeführten Markierungsversuchs im Wasserschutzgebiet Rauental.

Hier müssen die Aufgaben der beteiligten Firmen und Behörden koordiniert werden. Vor einigen Wochen habe ich mich um die Bildung eines Arbeitskreis-Netzwerkes zum Thema PFC gekümmert. Wir haben von den star.Energiewerken ein PFC-Expertenforum organisiert, wo verschiedene Experten für Wasser- und Bodenverunreinigung aus der Region und ganz Deutschland nach Rastatt zusammen kamen.

2. Was planen die star.Energiewerke 2016, um die PFC-Verunreinigung in den Griff zu bekommen und langfristig genügend sauberes Trinkwasser für die Rastatter Bevölkerung zu sichern?

Lorena Rodriguez:

Die star.Energiewerke haben einen ganzen Katalog von Maßnahmen ergriffen, um eine qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung in Rastatt sicherzustellen. In diesem Jahr stehen dafür konkret folgende Projekte an:

1. Wir wollen wissen, wie sich das PFC im Grundwasser bewegt und ausbreitet. Dafür koordinieren wir im Wasserschutzgebiet Ottersdorf ein Grundwassermodell, um mehr Informationen über die Verbreitung der PFC-Fahne zu bekommen. Somit werden die Wirkungszusammenhänge standortspezifisch untersucht und beobachtet.

2. Wir realisieren gemeinsam mit den Stadtwerken Gaggenau eine Notversorgung. Um bei einem eventuellen Ausfall des Wasserwerks Ottersdorf eine redundante Trinkwasserversorgung für das gesamte Versorgungsgebiet der star.Energiewerke zur Verfügung zu haben, verbinden wir das eigene Wasserwerk Rauental mit dem Wasserwerk Muggensturm der Stadtwerke Gaggenau über eine neue Verbindungsleitung. Diese Leitung wird bis Sommer 2016 verlegt sein.

3. Wir bauen das Wasserwerk Rauental komplett um. Damit beginnen wir voraussichtlich im Herbst 2016. Das Rauentaler Wasserwerk wird mit einer Aufbereitungstechnik zum Entfernung von PFC sowie mit einer vollautomatisierten Regelungstechnik ausgerüstet.

4. Das PFC-Monitoring des Grundwassers, das verschiedene Stellen umfasst, läuft weiter. Es werden regelmäßig Mess-Stellen vom Technologiezentrum Wasser in unserem Auftrag untersucht.

5. Darüber hinaus begleiten wir einen Markierungsversuch im Wasserschutzgebiet Rauental, der voraussichtlich bis Ende des Jahres vom KIT Karlsruhe durchgeführt wird. Damit werden uns detaillierte Aussagen zu Fließrichtung und Fließgeschwindigkeit des Grundwassers vorliegen.

Eine Konzeptentwicklung für die zukünftige Sicherung der Trinkwasserversorgung des Wasserwerks Ottersdorf – falls das Wasserwerk Ottersdof von PFC betroffen sein sollte – wird noch dieses Jahr stattfinden.

Wie bisher werde ich die Kolleginnen und Kollegen beim Beantworten von Kundenfragen fachlich unterstützen. Sie können mich per Mail unter l.rodriguez@star-energiewerke.de erreichen.

Dieses Bündel an Maßnahmen kostet natürlich auch Geld, ist aber eine gute und wichtig Investition in die Versorgungssicherheit der heutigen und nachfolgenden Generationen. Wir hoffen, dass der Verursacher dieser Umweltverschmutzung haftbar gemacht werden kann.

3. Haben Sie Verständnis, wenn Bürgerinnen und Bürger besorgt über die Trinkwasserqualität sind? Und trinken Sie selbst von dem Rastatter Trinkwasser?

Lorena Rodriguez:

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass sich die Rastatter Bürger Sorgen um die Trinkwasserqualität machen. Das brauchen sie aber nicht: Das Wasser, das aus den Wasserhähnen in Rastatt fließt, hat nach wie vor eine sehr gute Trinkwasserqualität. Darauf können die Bürger vertrauen. Wir kontrollieren die Qualität des Wassers umfassend regelmäßig und liefern ausschließlich einwandfreies Trinkwasser.

Ja, ich trinke das Rastatter Wasser jeden Tag ohne Bedenken – am liebsten ganz frisch direkt aus dem Hahn. Das Trinkwasser, das wir liefern, stammt derzeit ausschließlich aus den Brunnen des Wasserwerks Ottersdorf. Darin sind so gut wie keine Spuren an PFC enthalten. Die Werte liegen weit unter dem vom Umweltbundesamt festgelegten gesundheitlichen Orientierungswert. Darauf achten wir sehr genau.

Das Wasserwerk Niederbühl dagegen ist außer Betrieb, weil dort die Werte der PFC-Verunreinigung des Grundwassers über diesen gesundheitlichen Orientierungswerten liegen.

4. An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen habe?

Lorena Rodriguez:

Sie können eine Anfrage über diese Website www.wasser-rastatt.de schicken. Diese beantworten meine Kollegen und ich ausführlich und gewissenhaft. Ihre Frage könnte auch andere Bürgerinnen und Bürger Rastatts bewegen. Deshalb veröffentlichen wir die Fragen und die Antworten auf dieser Website.

PFC-Experten tagen in Rastatt

star.Energiewerke holen anerkannte Fachleute an einen Tisch – Rastatter Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung positiv bewertet.

Aus ganz Deutschland sind sie nach Rastatt angereist: 24 Experten für Wasser- und Bodenverunreinigung durch perfluorierte Kohlenwasserstoffe (kurz PFC). Sie waren am Gründonnerstag der Einladung der star.Energiewerke in die Markgrafenstraße gefolgt. Das kommunale Unternehmen ist verantwortlich für die Trinkwasserversorgung der 48.000 Einwohner-Stadt. Der Grund: Seit Sommer 2013 beschäftigt sich das städtische Unternehmen notgedrungen intensiv mit PFC. Es befindet sich im Grundwasser der Wasserfassungen für zwei der drei Rastatter Wasserwerke. Auf das dritte – und noch einzig in Betrieb befindliche – Hauptwasserwerk in Ottersdorf treibt die Fahne mit PFC-belastetem Grundwasser zu. Noch ist nicht sicher, ob sie an dessen Brunnen vorbeifließen wird oder wann genau sie in dessen Wasserfassungsgebiet ankommen wird. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Was jedoch derzeit gesichert scheint: Dem Wasserversorger bleibt lediglich ein Zeitfenster von etwa drei Jahren, um sich für den schlechtesten aller Fälle zu rüsten und die Trinkwasserversorgung auch in diesem Fall sicherstellen zu können. Mit welchen Mitteln dies in diesem begrenzten Zeitraum am besten möglich ist, war Thema des Expertenworkshops. Die Fachleute bewerteten und priorisierten auch die bereits in die Wege geleiteten Schritte der star.Energiewerke.

Kombination von Maßnahmen

Die star.Energiewerke haben bereits ein ganzes Maßnahmenbündel eingeleitet, um die Bürgerinnen und Bürger auch langfristig mit sauberem Trinkwasser beliefern zu können. Dazu zählen ein Grundwasser-Monitoring, die Entwicklung von Verfahren zur Entfernung von PFC, der Leitungsverbund mit einem Wasserwerk der Stadtwerke Gaggenau und die Weiterentwicklung eines Grundwassermodells. Letzteres dient dazu, Fließrichtung und -geschwindigkeit sowie Ausbreitung der PFC-Fahne zu berechnen. Ziel des Workshops war es, eine fachliche Bewertung der möglichen Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zu bekommen. Das Fazit der Experten: Alle eingeleiteten Maßnahmen der star.Energiewerke sind wichtig und richtig. Ihre Empfehlungen tragen zu deren Optimierung bei. Manfred Flittner, Leiter des Umweltamts im Landratsamt Rastatt, betonte in seinem Resümee: "Es ist schon beeindruckend, wie systematisch und stringent das hier jetzt geplant wird."

Die Teilnehmer zeichneten sich allesamt durch unterschiedliches Spezialwissen und Erfahrung mit Umweltverunreinigungen und PFC aus. Unter ihnen waren Vertreter von Bundes- und Landesumweltbehörden, Landratsämtern, Umweltämtern, Technologiezentren, Ingenieurbüros, Umweltinstituten, Stadtwerken, Flughäfen und Rechtsanwaltsgesellschaften.

Trinkwasser hat Vorrang

Einstimmige Meinung der Experten war, dass die star.Energiewerke als Wasserversorger wegen des kleinen Zeitfensters schnell handeln müssen. Das heißt auch, dass sie Möglichkeiten ergreifen müssen, die sich relativ kurzfristig realisieren lassen und sicher wirken. Die Wassersanierung habe Vorrang vor dem Boden; dieser sei stationär; darin waren sich die Teilnehmer einig. Dietmar Barkowski von der Institut für Umwelt-Analyse Projekt GmbH aus Bielefeld und weitere Teilnehmer rieten dennoch dringend, Lösungen nicht schwarz-weiß zu sehen. Es brauche ein integriertes Konzept. Nur mit einer Kombination von vielen Maßnahmen ließe sich eine wirkliche Verbesserung der Situation erreichen. Die Grundwassersanierung sei ebenso wichtig wie eine Bodensanierung und PFC-Entfernungsverfahren, nur die Zeiträume und Prioritäten seien unterschiedlich. Michael Gierig vom Landesamt für Umwelt Bayern bestätigte dies explizit: "Die Sanierung des Bodens braucht eben sehr lange und es dauert, bis sie wirkt."

Gefahren erkennen und abwehren

Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke, dankte den Teilnehmern für ihre konstruktiven Beiträgen und die differenzierte Bewertung der Maßnahmen aus Expertensicht; ebenso für ihre wertvolle Anregungen zur Optimierung der Problemlösung. Oberste Priorität hat für alle Teilnehmer die Gefahrenerkennung und -beobachtung. Von daher empfehlen sie eine Verbesserung des Grundwassermonitorings in Verbindung mit der Weiterentwicklung des Grundwassermodells. In den Wasserschutzgebieten Ottersdorf und Rauental beispielsweise könnten die Messstellen differenzierter genutzt werden. Das würde zu aussagekräftigeren Ergebnissen führen, ohne den Aufwand zu vergrößern. An zweiter Stelle steht für die Expertengruppe der Einsatz technischer Reinigungsverfahren. Dafür sprechen sich drei Viertel der Teilnehmer aus. Sie raten, diese möglichst bald im Wasserwerk Ottersdorf einzubauen. Im Wasserwerk Niederbühl wurden Verfahren mit Aktivkohlen getestet. Diese sind wirksam, technisch ausgereift und wirtschaftlich einsetzbar. An dritter Stelle steht der intelligente Leitungsverbund mit anderen Wasserversorgern. Als äußerst wichtig für das Vertrauen der Bevölkerung in ihren Wasserversorger betrachten die Fachleute auch die Öffentlichkeitsarbeit. Sie loben die offene Kommunikation der star.Energiewerke und sprechen sich dafür aus, die offensive Information über Medien, im Internet und bei Bürgerveranstaltungen fortzusetzen. In diesem Zusammenhang legen sie den star.Energiewerken auch nahe, sehr offen mit den notwendigen Investitionen in die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung umzugehen.

star.Energiewerke gehen in Vorleistung

Die star.Energiewerke liefern jährlich rund 2,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser für rund 48.000 Menschen. Damit erzielen sie jährlich einen Umsatz von rund 3,6 Millionen Euro. Seit 2012 bis Ende 2015 haben sie in Maßnahmen, die im direkten und indirekten Zusammenhang mit der PFC-Belastung stehen, rund 1,5 Mio. Euro aufgewendet. Davon flossen 1,0 Mio. Euro in Investitionen und 0,5 Mio. Euro in den laufenden Aufwand. Für die weiteren geplanten und in Bau befindlichen Projekte zum Sicherstellen der Trinkwasserversorgung in Rastatt rechnen die star.Energiewerke bis 2018 mit Kosten von mehreren Millionen Euro. Noch hofft Olaf Kaspryk, einen Großteil der Kosten auf den Verursacher abwälzen zu können oder Unterstützung von anderer Stelle zu bekommen. Eine Strafanzeige gegen unbekannt läuft seit September 2013.

PFC-Experten tagen in Rastatt

Damit Rastatts Wasserversorgung sicher bleibt: Beim PFC-Expertenworkshop stand die Beurteilung der Rastatter Lösungswege nach Verunreinigung mit perfluorierten Chemikalien im Fokus.

Es referierten:
Thomas Ball (Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe), Manfred Flittner (Leiter des Umweltamts Landratsamt Rastatt), Dr. Dominik Greinacher (Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Berlin), Dr. Sebastian Hesse (Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe), Olaf Kaspryk (star. Energiewerke GmbH & Co. KG), Dr. Michael Reinhard (ARDADIS Consult GmbH, Karlsruhe), Dr. Gerd R. Schiffler (Wald + Corbe GmbH & Co. KG, Hügelsheim).

"Schon als Kind wollte ich wissen, was im Wasser ist"

Lorena Rodriguez hat ein Doppeldiplom: Biotechnologie und Umweltingenieur­wesen – sie arbeitet als Wasserexpertin bei den star.Energiewerken

Ihre Heimat ist Spanien, genauer gesagt Valladolid im Norden des Landes; ihr Studium hat sie mit einem Doppeldiplom in Deutschland abgeschlossen: Lorena Rodriguez, 33 Jahre alt, Diplom-Ingenieurin für Chemie, Umwelt- und Verfahrenstechnik, Note der Diplom-Arbeit 1,0. Seit Sommer vergangenen Jahres arbeitet die Expertin bei den star.Energiewerken. Dort kümmert sie sich um die Wasseraufbereitung und Optimierung der Verfahrenstechnik im Wasserwerk Ottersdorf sowie um Forschungsvorhaben und den geplanten Umbau des Wasserwerks Rauental. Sie steht stellvertretend für das Thema "Perfluorierte Chemikalien" (PFC) in Rastatt, das dort seit einiger Zeit die gesamte Einwohnerschaft und die star.Energiewerke als Trinkwasserversorger der Stadt beschäftigt. Lorena Rodriguez ist eine von vielen Tausend Beschäftigten in Deutschland, die sich tagtäglich um die Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, frischem Trinkwasser kümmern. Das soll der Weltwassertag am Dienstag (22. März) ins Gedächtnis rufen. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto "Wasser und Arbeitsplätze". Denn die hohe Qualität unseres Trinkwassers in Deutschland ist alles andere als selbstverständlich.

Die Grundwasserverunreinigungen mit PFC in der Region Rastatt haben den Bürgerinnen und Bürgern dort vor Augen geführt, wie wertvoll einwandfreies Trinkwasser ist. Dass die Versorgung mit bestem Trinkwasser weiterhin gewährleistet ist, dafür engagieren sich die star.Energiewerke, die im Auftrag der Stadt für das Trinkwasser verantwortlich sind. Lorena Rodriguez bringt sich mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung aus nationalen wie internationalen Projekten der Wasser- und Abwasserreinigung in das Expertenteam ein, das sich dort seit geraumer Zeit in Forschungs- und Pilotprojekten mit der Entfernung von PFC aus dem Wasser befasst. Bevor sie ihre Arbeit in Rastatt aufgenommen hat, war sie in Kambodscha als Projektleiterin bei einer Nichtregierungsorganisation für Umwelt und Trinkwasser tätig. Davor arbeitete sie in Beratungsunternehmen als Projektingenieurin für Abwasserbehandlung in mehreren Ländern und als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim KIT in Karlsruhe. Das unterstützt mit seinem Know-how auch die star.Energiewerke bei der Lösung der PCF-Problematik. Studiert hat sie an der Universität Valladolid und an der Fachhochschule in Braunschweig/Wolfenbüttel. "Schon als Kind hat mich Wasser fasziniert – vor allem unterm Mikroskop", lacht sie und fügt an: "Ich habe die Spannung von Wassertropfen beobachtet und gern experimentiert." Ihre Lieblingsfächer in der Schule – wie könnte es anders sein – waren Biologie, Physik und Chemie. Aber auch Musik, Sport und Salsa findet sie toll. Heute beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit am liebsten mit Reisen.

Zu wertvoll für die Toilette

"Wasser ist der wertvollste Stoff auf der Welt – ein Stoff, der sich immer im Kreislauf bewegt und nicht nachwächst", betont die Ingenieurin und ergänzt: "Deshalb muss man ganz besonders auf ihn achtgeben." Sie selbst trinkt Wasser am liebsten direkt aus dem Hahn. Sie findet es toll, dass man das in Deutschland tun kann, auch nach wie vor in Rastatt. In vielen anderen Ländern ist das undenkbar, weiß sie aus eigener Erfahrung. "Das Wasser in Rastatt hat nach wie vor eine gute Qualität. Darauf können sich die Bürger verlassen", führt sie aus und ergänzt: "Ich lege großen Wert darauf, dass man Wasser aus dem Hahn ohne Sorgen trinken kann!"

Durchschnittlich verbraucht ein Bürger in Deutschland täglich rund 140 Liter Wasser, davon 2,5 Liter zum Trinken und zur Nahrungs­zubereitung. Alles andere wird für Körperhygiene, Putzen, Waschen, Geschirrspülen, Toilettenspülung und Gartenbewässerung verwendet. Lorena Rodriguez ist es ein Anliegen, wo immer möglich Regenwasser in Zisternen zu sammeln und das für die Toilette, zur Bewässerung von Rasen und Beeten sowie zur Autopflege zu benutzen. "Reines Trinkwasser ist dafür einfach zu schade", meint sie. Sie rät zu einem sorgsamen und sparsamen Umgang mit dem wertvollen Gut. Ihre Tipps sind: Duschen statt Baden, während des Zähneputzens den Wasserhahn schließen, tropfende Wasserhähne schnell austauschen, Spartaste an der Toilette wann immer möglich benutzen, Spül- und Waschmaschine nur voll beladen laufen lassen.

770 Millionen ohne sauberes Trinkwasser

Die Vereinten Nationen wollen mit dem Weltwassertag darauf aufmerksam machen, dass Trinkwasser und Energie weltweit die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben sind. Nach aktuellen Angaben der Vereinten Nationen haben weltweit fast 770 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 1,3 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu elektrischem Strom. Der Gedenktag wird schon seit 1993 begangen; er ist ein Ergebnis der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro, auf der er von der UN-Generalversammlung per Resolution ausgerufen wurde.

Aktueller Stand der PFC-Problematik

Bei der Gemeinderatssitzung am 27. Juli 2015 stellte Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke, den "Aktuellen Stand der PFC-Problematik" vor. Die Stadträte appellierten danach einstimmig an Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch, auf politischer Ebene alles zu tun, damit das Wasser in Rastatt wieder unbelastet ist. Sie forderten auch, dass die entstehenden Kosten nicht nur auf Stadtseite getragen werden müssen. Dazu soll der Verursacher bzw. sollen die Verursacher belangt und das Land mit in die Verantwortung gezogen werden.

Weitere Infos: Vortrag von Olaf Kaspryk (Download)

Forschungsprojekt im Rastatter Wasserwerk Niederbühl gestartet

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) hat jetzt ein Forschungsvorhaben im Wasserwerk Niederbühl in Rastatt bewilligt. Dort wird das Technologiezentrum Wasser (TZW) aus Karlsruhe mit den star.Energiewerken – dem kommunalen Stadtwerk – Möglichkeiten erforschen, wie perfluorierte Verbindungen (PFC) möglichst gut und wirtschaftlich aus dem Grundwasser entfernt werden können.

Spuren dieser Stoffe sind in einigen Trinkwasserfassungen für Rastatt gefunden worden, die star.Energiewerke sind für die Trinkwasserversorgung der Stadt verantwortlich. „Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel“, sagt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke, „wir müssen dafür Sorge tragen, dass es auch künftig in guter Qualität zur Verfügung steht. Ich bin dem DVGW deshalb sehr dankbar für die Unterstützung des Vorhabens.“ Der DVGW fördert das Projekt finanziell.

Das TZW ist eine Einrichtung des DVGW, Bonn; die star.Energiewerke sind Mitglied des Vereins. Sie beteiligen sich finanziell, personell sowie durch das Bereitstellen von Infrastruktur an dem Vorhaben. In dem auf zwei Jahre angelegten Pilotprojekt sollen vor allem Ionentauscher auf ihre Eignung zum Entfernen von perfluorierten Verbindungen getestet werden. Die Untersuchungen zu deren Reinigungsleistung finden unter praxisnahen Bedingungen mit dem belasteten Grundwasser im Wasserwerk Niederbühl statt.

Stoffe einfach austauschen

Bei perfluorierten Verbindungen handelt es sich um eine Gruppe von Stoffen, die sowohl in der Industrie als auch im Haushalt in vielen Produkten zu finden sind. Sie werden zum Beispiel zum Beschichten von Papier, Textilien und Pfannen verwendet und sind in bestimmten Feuerlöschmitteln enthalten. Manche dieser PFC lassen sich schon heute technisch wie wirtschaftlich gut mit Verfahren, die zur Wasseraufbereitung genutzt werden, aus dem Grundwasser entfernen. Aber es gibt auch andere PFC, bei denen diese Verfahren nicht funktionieren; das sind insbesondere die kurzkettigen unter ihnen. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird die Eignung von Ionenaustauschern zur Minimierung von PFC im Trinkwasser getestet. Das sind kugelförmige, synthetisch hergestellte Harze im Millimeterbereich, die geladene Wasserinhaltstoffe – sogenannte Ionen – aus dem Wasser entfernen können und dabei andere Ionen wie Chlorid in das Wasser abgeben, also austauschen. Solche Materialien werden zum Beispiel auch zur Enthärtung von Trinkwasser im Haushalt eingesetzt. Auf dem Markt sei bereits eine Vielzahl an Ionenaustauschern für unterschiedliche Anwendungen. Es gelte nun, zu untersuchen, welche davon für das Entfernen bestimmter PFC geeignet seien.

Pionierarbeit für weiterhin sauberes Trinkwasser

Ziel des Projekts ist es, Möglichkeiten zu entwickeln, den Restgehalt an PFC der gesamten Stoffgruppe im Trinkwasser zuverlässig und möglichst wirtschaftlich zu minimieren. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wird nicht nur die Auswahl eines geeigneten Austauschmaterials ermittelt. Auch die Betriebs- sowie Regenerationsbedingungen der beladenen Austauscher werden dabei erforscht. Diese spielen eine wesentliche Rolle für Einsatz und Wirtschaftlichkeit. Der Grund: Die PFC, die durch Ionenaustausch aus dem Wasser entfernt wurden, befinden sich dann im sogenannten Regenerat, das entsprechend entsorgt werden muss.

„In Deutschland sind erstmals im Jahr 2006 durch den PFC-Skandal in Nordrhein-Westfalen PFC-Verunreinigungen im Grundwasser bekanntgeworden“, informiert Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke; das Problem verschärfe sich jedoch zusehends, wie er weiter ausführt: „Inzwischen sind bundesweit eine ganze Reihe von Grundwasservorkommen zur Trinkwassergewinnung von diesen Verunreinigungen betroffen.“ Das Forschungsprojekt diene allen Trinkwasserversorgern; wir leisten hier gemeinsam mit dem TZW und der Unterstützung durch den DVGW die Grundlagenarbeit.

Pilotanlage zur Eliminierung von PFC

Im Wasserwerk Niederbühl testet das Technologiezentrum Wasser (TZW) aus Karlsruhe im Auftrag der star.Energiewerke die Entfernung von perfluorierten Verbindungen (PFC) mit verschiedenen Aktivkohletypen. Zudem ist ein Forschungsvorhaben zur bestmöglichen Adsorption aktueller Spurenstoffe beantragt: Am Freitag (31. Oktober) stellten die star.Energiewerke als verantwortlicher Wasserversorger Rastatts der Presse vor, welche Maßnahmen sie bereits ergriffen haben, um auch künftig eine sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu gewährleisten. Dazu zählen neben den genannten auch eine hydrogeologische Bewertung der Grundwassersituation und mögliche Verbundlösungen mit anderen Wasserwerken. Hintergrund dafür sind die aktuellen Belastungen des Grundwassers in der Region Rastatt mit PFC. Etliche Wasserwerke sind von der PFC-Fahne betroffen, so auch das Rastatter Reservewerk Niederbühl. Auch in der Qualitätskontrolle von Wasser gehen die star.Energiewerke neue Wege: Sie präsentierten eine weitere Pilotanlage, die in ihrem Wasserwerk Ottersdorf derzeit erprobt wird. Diese ermöglicht die permanente Online-Analyse von Wasser. Entwickelt worden ist der Online-Sensor von Unisensor Sensorsysteme GmbH und dem TZW. Daran beteiligt ist Professor Gunter Krieg. Er ist für seine innovativen, weltweit einmaligen  Analyse- und Messsysteme erst am vergangenen Samstag mit dem Deutschen Umweltpreis 2014 ausgezeichnet worden.

Hans Jürgen Pütsch, Oberbürgermeister von Rastatt und Vorstandsvorsitzender der star.Energiewerke, lobte das konsequente und energische Vorgehen Olaf Kaspryks, Geschäftsführer der star.Energiewerke, für die Versorgung mit gesundem Trinkwasser. Besonders positiv hob er die bereits eingeleiteten Vorsorgemaßnahmen und die konstruktive Zusammenarbeit mit benachbarten Kommunen und Wasserwerken hervor, ebenso das Hinzuziehen namhafter Experten und Fachinstitutionen. Großen Wert legen die Stadt und die star.Energiewerke auf eine kontinuierliche Information der Bürgerinnen und Bürger – über die örtlichen Tageszeitungen, Bürgerinformationsveranstaltungen und ganz neu, über die eigene Internetseite www.wasser-rastatt.de. Diese geht am Samstag (1. November) online und wird sukzessive erweitert. „Rund um die Uhr können Interessierte hier Daten und Fakten abrufen und sich über neue Entwicklungen informieren“, sagte Olaf Kaspryk.

Vierteiliger Lösungsansatz
„Wir warten nicht ab und hoffen, dass das Unheil an unserem Hauptwasserwerk Ottersdorf vorüber zieht. Wir handeln“, sagte Olaf Kaspryk bei der Vorstellung von Maßnahmen und Partnern in der Netzleitwarte des Unternehmens. Das Thema sei zu ernst, um Risiken einzugehen. Experten teilen seine Einschätzung. Nach aktueller Datenlage sieht es so aus, als ob die PFC-Kontamination für die Trinkwasserversorgung von Rastatt und Umgebung zum Problem werden könnte, sofern nicht Vorsorge getroffen wird. „Wir haben nach heutigen Erkenntnissen etwa zwei Jahre Zeit“, erklärte Olaf Kaspryk weiter. Experten halten es für wahrscheinlich, dass bis dahin die PFC-Verunreinigung auch die Brunnen des Wasserwerks Ottersdorf erreicht haben könnte. Für Olaf Kaspryk basiert eine sichere Lösung des Problems deshalb auf vier Säulen:
1. auf einer Vorfeldüberwachung in Kombination mit einer hydrogeologischen Modellierung der Grundwassersituation unabhängig von der erforderlichen Ursachenbeseitigung,
2. einem großflächigen Versorgungskonzept, das die Ersatzbeschaffung von Trinkwasser im Bedarfsfall sicherstellt,
3. einem Verfahren zur kontinuierlichen Qualitätskontrolle sowie
4. auf modernen Aufbereitungstechniken zur Eliminierung von Schadstoffen und Abwehrmaßnahmen.


Wie das Grundwasser fließt  
Seit Herbst 2013 beobachtet das TZW im Auftrag der star.Energiewerke die PFC-Belastung des Grundwassers im Einzugsgebiet der Brunnen des Wasserwerks Ottersdorf. Um das Ausmaß der Belastung erkennen und beurteilen zu können, werden ausgewählte Messstellen in regelmäßigen Abständen beprobt. Durch dieses umfassende Grundwassermonitoring ist die räumliche Ausdehnung der PFC-Belastung des Grundwassers im Wassereinzugsgebiet Ottersdorf inzwischen gut bekannt. Der Schwerpunkt der PFC-Belastung ist derzeit rund drei Kilometer von den Brunnen entfernt; er befindet sich am Rand des Wasserschutzgebiets. Die PFC-Fahne bewegt sich zusammen mit der Grundwasserströmung etwa in nordnordöstliche Richtung.
Die Intervalle der Probennahmen wurden verdichtet, die star.Energiewerke haben neue Messstellen gebaut. Durch diese beiden Maßnahmen werden künftig noch genauere Informationen über die Lage und die Ausbreitung der Grundwasserkontamination vorliegen. Zur Datenauswertung werden geografische Informationssysteme (GIS) eingesetzt. Grundwassermodelle fließen in die Auswertung mit ein. Die Strömungsrichtung des Grundwassers wird mit Hilfe sogenannter Höhengleichenpläne ermittelt. Parallel dazu laufen bei der Unteren Wasserbehörde Recherchen zur Ursache der PFC-Verunreinigung.


Redundanz durch Verbundlösung
Die star.Energiewerke erarbeiten derzeit gemeinsam mit Stadtwerken in der Umgebung und dem Technologiezentrum Wasser (TZW) aus Karlsruhe betriebswirtschaftlich tragfähige Verbundlösungen ihrer Wasserwerke. Eine Möglichkeit besteht in der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Gaggenau. Diese fördern in Bietigheim, Muggensturm und Kuppenheim Trinkwasser. Ihr Wasserwerk in Bietigheim kann bereits aus dem Wasserwerk Rheinwald der Stadtwerke Karlsruhe Wasser beziehen. Nach heutigem Planungsstand sollen die Wasserwerke in Muggensturm und Kuppenheim mit einer neu zu legenden Leitung ebenfalls verbunden werden. Diese würde am Wasserwerk Rauental der star.Energiewerke vorbeiführen, das dann ebenfalls an den Verbund angeschlossen werden könnte. Auf diese Weise stünde bei Ausfall einzelner Brunnen stets genügend Wasser für alle zur Verfügung. Die Wasserfassungen liegen räumlich zum Teil weit auseinander. Das verringert das Risiko, dass bei allen gleichzeitig Spurenstoffe im Grundwasser vorkommen. Die Kosten für dieses Projekt liegen nach ersten Berechnungen bei rund 2,6 Millionen Euro. Eine weitere Verbundmöglichkeit besteht im Bezug von Trinkwasser über Steinmauern. Die star.Energiewerke haben hierzu bereits erste Gespräche mit dem Wasserversorgungsverband der Albgau-Gruppe geführt. „Wir prüfen alle Möglichkeiten einer sicheren Trinkwasserversorgung und spielen sie technisch wie betriebswirtschaftlich durch“, informierte Olaf Kaspryk.

Tests mit Aktivkohlefiltern in Niederbühl
Olaf Kaspryk und seine Kollegen der benachbarten Wasserwerke halten es für notwendig, Vorsorge zu treffen, da PFC bereits an mehreren Stellen in der Region im Grundwasser nachgewiesen werden konnte. „Sollte es zu großräumigen PFC-Problemen kommen, müssen wir auch in der Lage sein, die Schadstoffe aus dem Trinkwasser zu entfernen“, betonte er.

PFC ist in vielen Produkten des täglichen Lebens enthalten, wie beispielsweise in fett- oder wasserabweisenden Oberflächen von Pfannen, Regenbekleidung und Teppichen sowie in manchen Löschschäumen. Etliche PFC-Verbindungen lassen sich bereits mit handelsüblichen Aktivkohlefiltern gut aus dem Wasser adsorbieren, jedoch nicht alle. Im Wasserwerk Niederbühl führt das TZW deshalb im Auftrag der star.Energiewerke seit August mit PFC-haltigem Wasser Versuche mit Kleinfiltern durch. Das TZW will im ersten Schritt herausfinden, mit welchen Stoffen sich welche PFC-Verbindungen physikalisch binden lassen. In der zweiten Stufe sollen dann die dafür am besten geeigneten Stoffe in halbtechnischen Versuchsanlagen eingesetzt werden und kontinuierlich mit PFC-haltigem Wasser beaufschlagt werden. Diese Versuchsreihe wird mehrere Monate dauern. Die gewonnenen Daten dienen dazu, die eingesetzten Aktivkohlen zu bewerten: hinsichtlich ihrer Eignung, einer möglichen großtechnischen Umsetzung und den damit verbundenen Kosten.

Der erste Schritt wird im November abgeschlossen sein: das Forschungsprojekt zur Vorauswahl geeigneter Stoffe. Es findet im Rahmen des aktuellen europäischen Verbundprojektes TAPES statt. TAPES steht für Transnational Action Plan on Emerging Substances. Ziel des Forschungsprojekts ist es, optimale Strategien zum Entfernen von aktuellen Spurenstoffen bei der Trinkwasseraufbereitung und der Abwasserreinigung zu erarbeiten. Dr. Sebastian Hesse vom TZW betonte, dass zu Aufbereitungstechniken ein dringender Forschungsbedarf bestünde: „Die heute zur Verfügung stehenden Techniken zur Entfernung der in Rastatt vorliegenden Grundwasserkontamination mit PFC sind entweder sehr aufwändig und nicht umfänglich befriedigend oder aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht einsetzbar“, sagte er. Diese Aufgabe ist so dringlich, dass das TZW beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs e.V. (DVGW) ein Forschungsprojekt „Zur weitergehenden Erfassung von PFC-Quellen im Einzugsgebiet von Wasserwerken und Entfernung von kurzkettigen, persistenten PFC“ beantragt hat, an dem sich die star.Energiewerke beteiligen.  Die Antragsteller rechnen damit, dass das Forschungsvorhaben bewilligt wird und das TZW bald loslegen kann.

Wasserqualität permanent online kontrollieren 
Im Wasserwerk Ottersdorf wird eine weitere Innovation getestet: ein Online-Sensorsystem zur Überwachung der Wasserbeschaffenheit hinsichtlich organischer Verbindungen. Entwickelt worden ist das Verfahren von Unisensor Sensorsysteme AG (Unisensor) in Karlsruhe und dem TZW. Professor Gunther Krieg von Unisensor und Dr. Oliver Happel vom TZW stellten System und Pilotanlage vor: Die Anlage wird über eine Mess- und Regeltechnik automatisch betrieben und kann bis zu vier Analysen pro Stunde durchführen, die online ausgewertet werden. Nachweisen kann das Sensorsystem viele organische Verbindungen im Wasser. Dazu zählen beispielsweise Rückstände von Pflanzenschutz- und Desinfektionsmitteln. Die Detektion der Rückstände erfolgt über Molekülabsorption, wobei störende Matrixbestandteile des Wassers über einen Probenvorbereitungsschritt abgetrennt werden. Das System kommt fast ohne Verbrauchsmaterialien aus; es ist über längere Zeiträume wartungsfrei. „Die Online-Sensorik setzt einen neuen Meilenstein in der Qualitätskontrolle“, führte Professor Krieg aus. Organische Spurenstoffe im Wasser zu analysieren erfordere mit den bisherigen Verfahren einen hohen personellen, instrumentellen und zeitlichen Aufwand. „Deshalb werden diese Parameter üblicherweise nur in längeren Zeitintervallen untersucht“, erklärte er und fügte an: „Kurzfristige Einträge von Chemikalien durch Unfälle und Taten von Kriminellen können bislang also unentdeckt bleiben.“ Das neue Sensorsystem macht damit Schluss. Mit seiner Hilfe ist eine kontinuierliche Überwachung der Trinkwasserqualität möglich. Es deckt auch Schadstoffwellen auf, die nur wenige Stunden auftreten. „Der Wasserversorger kann so sofort handeln; das erhöht die Sicherheit der Verbraucher, stets gesundes Wasser am Hahn zu erhalten, noch einmal deutlich.“ Er wies aber gleichzeitig darauf hin, dass das Trinkwasser in Deutschland bereits heute das am besten kontrollierte Lebensmittel sei und die Trinkwasserqualität in Deutschland im Vergleich mit vielen anderen Ländern der Welt überdurchschnittlich gut sei. Professor Krieg zählt zu den ganz großen Umweltpionieren Deutschlands. Am vergangenen Samstag (25. Oktober) ist der Analyse- und Recyclingexperte mit dem Deutschen Umweltpreis 2014 der Bundesstiftung Umwelt Osnabrück ausgezeichnet worden. Gunther Krieg arbeitet daran, die weltweite Verschwendung wertvoller Ressourcen einzudämmen.

Rastatter Trinkwasser ist einwandfrei

"Das Trinkwasser in Rastatt ist nach wie vor hervorragend und wird es auch bleiben", sagt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke, und ergänzt: "Wir analysieren die Qualität des Grundwassers kontinuierlich und streng. Denn Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel." Das von ihm geführte städtische Unternehmen ist für die Wasserversorgung der Stadt verantwortlich. Seit Herbst vergangenen Jahres werden alle Stadtteile vom Wasserwerk Ottersdorf versorgt; Grund hierfür ist, dass die star.Energiewerke in den Wasserfassungen ihrer Wasserwerke Rauental und Niederbühl Spuren von perfluorierten Verbindungen (PFC) gefunden hatten. Mit der Veröffentlichung dieses Ergebnisses und einer Anzeige gegen Unbekannt hat der kommunale Versorger einen Stein ins Rollen gebracht: Seither laufen Untersuchungen nach dem Verursacher und den Auswirkungen; Behörden und das Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe arbeiten eng zusammen.

Ganze Region betroffen – Forschung intensiviert

Klar ist inzwischen, dass die PFC-Belastungen für die Trinkwasserversorgung der gesamten Region ein ernst zu nehmendes Problem darstellt: Während mehrere Wasserwerke im Landkreis Rastatt – wie beispielsweise auch der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal – zeitweise bereits direkt von PFC-Verunreinigungen betroffen waren, werden bei anderen Wasserwerken die Belastungen in wenigen Jahren erwartet. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die PFC-Fahne in Ottersdorf ankommen wird; nach Einschätzungen der Experten in rund zwei bis drei Jahren. Bis dahin müssen wir Strategien für eine Ersatz-Wasserversorgung für Rastatt entwickeln oder auf Rastatt angepasste Aufbereitungstechniken, mit denen sich die Chemikalien entfernen lassen," erklärt Olaf Kaspryk, "an beidem arbeiten wir bereits auf Hochtouren. Wir nehmen die Daseinsfürsorge für die Bevölkerung sehr ernst." Die Komplettversorgung von Ottersdorf aus ist möglich, weil die star.Energiewerke vor wenigen Jahren ihr Versorgungssystem modernisiert und umgestellt haben. In diesem Zug sind der Sicherheitsstandard erhöht und eine Ersatzversorgung konzipiert worden. Im neuen Konzept soll auch das Wasserwerk Rauental eine vollumfängliche und automatische Versorgung der Stadt Rastatt gewährleisten.

PFC ist nicht gleich PFC
Perfluorierte Chemikalien (PFC) gelten als langlebige organische Schadstoffe, weil sie in der Natur nicht abgebaut werden. Über die Nahrungskette können die Verbindungen in den menschlichen Organismus gelangen. Sie weisen eine hohe Verweildauer im Blut und in der Muttermilch auf.
Es gibt kurz- und langkettige PFC-Verbindungen, die Toxizität und Bioakumulation nimmt mit der Molekullänge zu (kurzkettige PFCs gelten als weniger toxisch und weisen eine weniger ausgeprägte Neigung zu Bioakumulation auf). Langkettige PFCs werden durch Aktivkohle-Filtration zurück gehalten, die kurzkettigen PFCs stellen sich problematischer bei der Filtration dar.

Trinkwasser in Rastatt günstiger als im Bundesdurchschnitt

Bei den star.Energiewerken kostet ein Liter Trinkwasser 0,145 Cent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 0,17 Cent. Das geht aus der jetzt veröffentlichen Entgeltstatistik für Trinkund Abwasser des Statistischen Bundesamts für 2013 hervor. "Wir freuen uns, dass wir die Bürgerinnen und Bürger der Stadt mit weichem Wasser von hoher Qualität zu einem vergleichsweise günstigen Preis beliefern können", sagt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke dazu. Der Preis für Trinkwasser ist in Rastatt stabil. Auch bundesweit haben sich die Preise und Gebühren für Trinkwasser nur wenig geändert, wie die aktuelle Entgeltstatistik belegt: Zum Jahresbeginn 2012 lag der durchschnittliche Preis für einen Kubikmeter – also für 1.000 Liter – bei 1,67 Euro, im Januar 2013 bei 1,69 Euro. Der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft sowie der Verband kommunaler Unternehmen führen diese relative Preisstabilität darauf zurück, dass Unternehmen ihre Investitionen durch Effizienzsteigerungen auffangen. Olaf Kaspryk bestätigt das: "Wir investieren kontinuierlich in den Ausbau und die Modernisierung unserer Netze und Anlagen. Diese Kosten haben wir in den vergangenen Jahren zum Großteil aufgefangen durch die Optimierung von Prozessen und der Anlagensteuerung. Auch jetzt erproben wir wieder ein hochmodernes Sensorsystem zur Überwachung von Rohwasser. Funktioniert es, bekommen wir schneller bessere Analysen und sparen zudem Betriebskosten."

Olaf Kaspryk weist jedoch – wie das Statistische Bundesamt auch – darauf hin, dass die zum Teil sehr unterschiedlichen Wasserpreise in Deutschland natürliche Ursachen haben: unterschiedliche topografische und geologische Gegebenheiten, die Wasserverfügbarkeit sowie die Siedlungsstruktur. Hinzu kommen unterschiedliche regionale Umweltauflagen. Für die star.Energiewerke haben Qualität und Versorgungssicherheit oberste Priorität. "Unsere Mitarbeiter sorgen rund um die Uhr für qualitativ hochwertiges Trinkwasser in Rastatt, das seinen Preis wert ist. Darauf können sich unsere Kunden verlassen", betont er und fügt an: "Trinkwasser ist das in Deutschland am besten kontrollierte Lebensmittel. Und wir bei den star.Energiewerken analysieren selbst Parameter, die nicht vorgeschrieben sind."

Die Verbraucher in Deutschland wissen das Preis-Leistungsverhältnis der kommunalen Wasserversorger zu schätzen. Das geht aus dem BDEW-Kundenbarometer 2013 hervor, ebenso aus der Zeitreihenstudie zu Qualität und Image von Trinkwasser in Deutschland (TWIS) des Instituts für empirische Sozial- und Kommunikationsforschung (I.E.S.K.): Gut drei Viertel der Befragten halten den Preis für Trinkwasser für angemessen bis sehr gut. Und über 90 Prozent sind mit der Qualität und der Versorgungssicherheit zufrieden.

star.Energiewerke erstatten Strafanzeige

Die star.Energiewerke GmbH & Co KG (star.Energiewerke), Trinkwasserversorger für Rastatt, hat Anzeige gegen unbekannt erstattet. "Wir haben im Juli perfluorierte Chemikalien – sogenannte PFC – im Rohwasser unseres Wasserwerks Rauental gefunden und dies vorsorglich außer Betrieb genommen. Jetzt ist auch das Grundwasser rund um unser Reserve-Wasserwerk Niederbühl mit PFC belastet – und dies deutlich höher als das Rohwasser in Rauental", erklärt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke diesen Schritt und fügt hinzu: "Der Verursacher muss gefunden werden, denn auch im Trinkwasser des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal sind inzwischen erhöhte Konzentrationen von PFC nachgewiesen worden." Dieser Verband hat nach Bekanntwerden der Belastung in Rauental ebenfalls Messstellen in seinen Wasserfassungen eingerichtet. Das hat dazu geführt, dass die star.Energiewerke jetzt Strafanzeige gegen unbekannt erstattet haben. Dieser Schritt ist in enger Abstimmung mit dem Oberbürgermeister der Stadt Rastatt, Hans Jürgen Pütsch, und dem Gesundheitsamt erfolgt.

Die Rastatter Bevölkerung wird seit Ende Juli durch Umleitungen über das Wasserwerk Ottersdorf mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt.

PFC-Werte in Rauental gesunken

Das Umweltbundesamt hat für PFC einen Leitwert von maximal 0,3 Mikrogramm pro Liter festgelegt: Diese Konzentration gilt bei lebenslanger Aufnahme als gesundheitlich unbedenklich. Auch das Gesundheitsamt Rastatt ist dieser Auffassung. Die Konzentration im Rohwasser des Brunnens Rauental ist bis 12. August angestiegen und sinkt seither. Am 26. August lag der Wert bei 0,287 Mikrogramm pro Liter. Von daher könnten die star.Energiewerke das Wasserwerk wieder in Betrieb nehmen. Sie ziehen jedoch weiterhin die Ersatzversorgung aus Ottersdorf vor, bis die Ursache klar ist und die Werte weiter gesunken sind.

Die Untersuchung auf PFC ist nach der Trinkwasserverordnung nicht vorgeschrieben. Dass die star.Energiewerke die perfluorierten Chemikalien im Grundwasser dennoch entdeckt haben, geht auf eine freiwillige Vollanalyse im Jahr 2012 zurück. Diese diente als Basis für die Planung von Projekten. Da PFC ab einer gewissen Konzentration problematisch sein kann, messen die star.Energiewerke seither die PFC-Konzentration in ihren Wasserfassungen regelmäßig Sie haben auch die umliegenden Wasserwerke über die PFC-Belastung informiert.

Grundwassersimulation soll helfen

Woher das PFC in den Wasserfassungen der Wasserwerke Rauental und Niederbühl der star.Energiewerke sowie im Trinkwasser des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal kommt, ist noch unbekannt. PFC werden beispielsweise zu wasser- und fettabweisenden Oberflächen von Teppichen, Pfannen und Outdoor-Bekleidung verwendet. Auch in vielen Löschschäumen ist PFC enthalten. Um den Verursacher zu lokalisieren, haben die star.Energiewerke schon vor Wochen das Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe mit ihrem Wissen eingeschaltet. Auch ein Grundwassersimulationsmodell der Stadtwerke Karlsruhe soll helfen, den Herd des PFC-Eintrags zu ermitteln. Ihr Modell simuliert für die Gesamtregion die Grundwasserströme nach Fließrichtung und Geschwindigkeit. Das Ergebnis steht noch aus. "Grundwasser fließt pro Jahr im Durchschnitt 400 bis 500 Meter", erklärt Olaf Kaspryk, "von daher kann die Ursache schon Jahre zurückliegen." Nachdem jetzt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden ist, laufen auch polizeiliche Ermittlungen.

PFC ist nicht gleich PFC
Perfluorierte Chemikalien (PFC) gelten als langlebige organische Schadstoffe, weil sie in der Natur nicht abgebaut werden. Über die Nahrungskette können die Verbindungen in den menschlichen Organismus gelangen. Sie weisen eine hohe Verweildauer im Blut und in der Muttermilch auf. Es gibt kurz- und langkettige PFC-Verbindungen. Die kurzkettigen lassen sich durch Aktivkohle-Behandlung einfach herausfiltern, die langkettigen über aufwändige Osmose-Verfahren.

Wasserwerk Rauental vorsorglich außer Betrieb

Die star.Energiewerke haben ihr Wasserwerk Rauental am Montag (15. Juli) vorsorglich abgeschaltet. Sie versorgen die rund 8.000 Menschen in Rauental und das Gewerbe- und Industriegebiet jetzt durch Umschaltungen über ihr Wasserwerk Ottersdorf. Ursache für diese Vorsichtsmaßnahme sind perfluorierte Chemikalien – sogenannte PFC – im Grundwasser, das in Rauental gefördert wird. Die Konzentration dieser PFC liegt nach wie vor im erlaubten Bereich; das Wasserwerk Rauental förderte bis zur vorübergehenden Außerbetriebnahme gesundes Trinkwasser in guter Qualität. Die star.Energiewerke haben das Landratsamt und Gesundheitsamt von ihrer Entscheidung informiert. Sie sprechen das weitere Vorgehen gemeinsam ab, auch die Suche nach dem Verursacher. Als nächster Schritt wird genauer untersucht, aus welcher Richtung das PFC eingetragen wird.

Vorsorgliche Schutzmaßnahme

Trinkwasser gilt als das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Regelmäßig wird es auf Mikroben, Nitrate, Mineralien und Pflanzenschutzmittelrückstände kontrolliert. Die Untersuchung auf PFC ist nicht vorgeschrieben. Dass die star.Energiewerke das PFC festgestellt haben, geht auf eine Analyse aller Parameter im Frühjahr 2012 zurück. Das Unternehmen wollte damals alle Stoffe identifizieren, die das geförderte Grundwasser enthält; das diente als Basis für die Planung weiterer Projekte. "Dabei haben wir in Rauental Spuren von PFC festgestellt", teilte Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der star.Energiewerke mit. "Da dieser Stoff nicht unproblematisch ist, beproben wir dort das Grundwasser seither in regelmäßigen Abständen auf PFC. Der Wert ist angestiegen. Das ist für mich Grund genug, schon vor Erreichen des Leitwerts das Wasserwerk außer Betrieb zu nehmen." Gesundheits und Landratsamt haben die vorsorglichen Schutzmaßnahmen begrüßt. Der Leitwert liegt in Deutschland bei 0,3 Mikrogramm pro Liter; in Rauental haben die star.Energiewerke zuletzt 0,25 Mikrogramm pro Liter gemessen.

Alle Bewohner Rastatts werden weiterhin durchgehend mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt.

Verursacher noch unbekannt

Woher das PFC in den Wasserfassungen des Wasserwerks Rauental kommt, ist noch unbekannt. Die star.Energiewerke recherchieren in alle Richtungen. PFC werden beispielsweise zu wasser-, schmutz- und fettabweisenden Ausrüstungen von Teppichen sowie von Leder- und Outdoorbekleidung verwendet. Auch in vielen Löschschäumen ist PFC enthalten. Theoretisch denkbar wäre also beispielsweise, dass es sich bei den PFC im Grundwasser um Rückstände von Löschschaum handelt, der vor einigen Jahren bei einem Brand im Einsatz war.

Perfluorierte Chemikalien (PFC) gelten als langlebige organische Schadstoffe, weil sie in der Natur nicht abgebaut werden. Über die Nahrungskette können die Verbindungen in den menschlichen Organismus gelangen. Sie weisen eine hohe Verweildauer im Blut und in der Muttermilch auf.

Aktuelles

PFC Schadenfälle: nationale und internationale Schadensfallübersicht

Das Steinbeis-Transferzentrum Mittelstand hat als „Hilfe zur Selbsthilfe“ eine PFC-Schadenfallübersicht erstellt.

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